Aufruf zur Interkiezionale Demo am 2.11.2019

Die Potse ist mit dem Drugstore eins der ältesten, selbstverwalteten und autonomen Jugendzentren, die es in Berlin gibt. Am 31.12.2018 ist der Mietvertrag für beide Zentren ausgelaufen. Die Potse hat die Schlüsselübergabe an den Bezirk verweigert, das Drugstore musste die Räume verlassen, um den Trägerverein durch eine mögliche Klage nicht zu gefährden. Seit der Mietvertrag auslief, befinden sich Unterstützer*innen der Potse weiterhin in den Räumen der Potse und nutzen diese weiter. Jetzt ist die Potse akut räumungsbedroht, da uns ein Termin für einen Räumungsprozess zugestellt wurde. Dieser Gerichtstermin ist am 8.1.2020 und das nur wegen dem Versagen der Politik. Seit 2015 werden erfolglos adäquate Ersatzräume von dem Jugendstadtrat des Bezirks Tempelhof-Schöneberg Oliver Schworck (SPD) gesucht. Es wurden bisher keine Räume gefunden, in denen die beiden Jugendzentren ihre Konzerte, Proberäume, Caféveranstaltungen und viele weitere Workshops anbieten können. Lediglich für das Drugstore wurde eine vorübergehende Teillösung in der Potsdamer Str 134/36 gefunden, in denen das Kollektiv leise Veranstaltungen stattfinden lassen kann. Der Umbau wird jedoch erst Mitte 2020 fertig gestellt sein. Bis dahin sitzt das Drugstore auf der Straße. Der Potse wird die Kommunikation mit dem Jugend- und Bezirksamt verweigert, solange sie sich in den Räumen aufhalten. Jetzt, da sich wahrscheinlich keine friedliche Lösung finden lassen wird, will der Jugendstadtrat Oliver Schworck die Potse räumen lassen. Deswegen müssen wir jetzt auf die Straße, und zwar nicht alleine.!

In ganz Berlin werden unterschiedlichste selbstverwaltete, emanzipatorische und antifaschistische Projekte für die Interessen von Investor*innen verdrängt. Sei es das queerfeministische Hausprojekt Liebig 34, dessen Rechte von dem Immobilien-Entwickler Padovicz weggenommen wurden, der Köpi, welche schon wieder auf dem Spekulationsmarkt ist, die Meuterei, welcher angeboten wurde, ihre Räume für €650,000 zurück zu kaufen, das Syndikat, welches schon vor der Demo seinen Gerichtstermin hatte, oder der Sabot Garten, der entschlossen ist, ohne Räume durch den kalten Winter hindurch gegen Gentrifizierung in der Rummelsburger Bucht zu kämpfen – wir stehen zusammen!

Wir stehen alle vor dem gleichen Kampf, also seid mit uns solidarisch, kommt zur Interkiezionalen Demo am 2.11! Es gibt drei Startpunkte: einen vor der Köpi, einen vor der Infowand (Weise- / Herrfurthstr.)/ Nähe Syndikat und einen am Lausitzer Platz, alle um 17 Uhr. Alle Demos treffen sich dann am Schlesischen Tor, von wo aus wir gemeinsam nach Friedrichshain ziehen werden.

Wir solidarisieren uns außerdem mit dem Aufruf von Riseup4Rojava und WomenDefendRojava, die am gleichen Tag zum globalen Widerstand gegen den türkischen Angriffskrieg aufgerufen haben – 12 Uhr Alexanderplatz!

Tagebuch No. 7

Nach etwas längerer Pause gibt’s nun auch wieder einen Tagebucheintrag von uns. In der Zwischenzeit haben wir uns alle von unserem Festival im September erholt – an dieser Stelle nochmal ein riesiges Dankeschön an alle, die uns dabei auf unterschiedlichsten Wegen unterstützt haben oder einfach nur da waren und mit uns gefeiert haben!

Der September war auch sonst super ereignisreich, zwei Wochen nach unserem Festival, vom 25. bis 29.09., fanden die TuMalWat-Tage in Berlin statt. Häuser und andere Flächen wurden besetzt, Aktionen gestartet und wir haben ’ne Demo organisiert. Das war super, danke an alle Aktivistis, die Aktionen gestartet oder an ihnen teilgenommen haben.
Die Polizei hat sich mal wieder als Handlangerin von Investmentfirmen und Grundstückseigentümerinnen gezeigt, Menschen aus besetzten Häusern und Bäumen geräumt und auch auf unserer Demo eine Person festgenommen. Unterstützt die Menschen bei ihren Repressions-Kosten durch Spenden, wenn ihr könnt, oder durch Solipartys wie z.B. letzten Freitag in der Liebig34.
Und auch wenn die Aktionstage rum sind, bleibt das Motto so aktuell wie lange nicht mehr: Tut Mal Wat!

Auch im Oktober ist bereits einiges passiert: Das Drugstore hat seine erste Veranstaltung im Musik und Frieden organisiert, der Laden war voll und die Party super. Trotzdem fehlt dem MuF der Drugstore-Muff und uns fehlt weiterhin ein langfristiger Ort, an dem wir komplett autonom unsere Veranstaltungen schmeißen können!
In der Potse gab’s am 12.10. mal wieder ein Konzert, diesmal mit der Band E-Aldi, die in Berlin zu Besuch waren.
Das in die Rote Insel (Mansteinstraße) ausgelagerte Siebdrucklabor des Drugstores wurde auch diesen Monat intensiv genutzt, immer wieder entstehen neue Ideen für Patches, T-Shirt-Motive und vieles mehr.
Und inzwischen haben auch die Zirkus-Zecken, die sich jeden Montag treffen, einen Ort für die kalten Monate gefunden. Wenn ihr Lust habt, mitzumachen, kommt montags um 18 Uhr zum Supamolly!

Doch jetzt zu weniger schönen Neuigkeiten: Bisher sind wir davon ausgegangen, dass das Drugstore-Kollektiv noch in diesem Jahr mit dem Umzug in die Räume in der Potsdamer Str. 134-36 starten kann. Diese Woche durften wir jedoch erfahren, dass die Schadstoffsanierung dort immer noch nicht abgeschlossen ist – da hat uns die Hausverwaltung beim Gespräch vor einigen Monaten wohl falsch informiert? Zugesichert wurde uns nun, dass die Räume ab dem zweiten Quartal 2020, also frühestens ab April, bezugsfertig sein sollen. Wo bis dahin die für den Bezirk unverzichtbare selbstverwaltete Jugendarbeit stattfinden soll, darauf gab’s keine Antwort. Schönen Dank auch.

Langsam rücken die Gerichtstermine näher, an denen über die Räumungsklagen gegen das Syndikat, die Liebig34 und die Potse entschieden werden sollen. Letzte Woche Montag wurde die Gruppe DieselA von ihrem Wagenplatz geräumt und auch der Sabot Garden hat zur Zeit mit vermehrter Polizeipräsenz und damit dauernder Räumungsgefahr zu kämpfen.
Wir haben keinen Bock auf weitere Räumungen! Deshalb rufen wir zur kämpferischen interkiezionalen Demonstration am 02.11. auf! Die Häuser, Wohnungen, Läden, Plätze und Straßen denen, die sie brauchen! Startpunkte sind vor der Køpi, vorm Syndikat und auf dem Lausitzer Platz, jeweils um 17 Uhr. Haltet Augen und Ohren nach weiteren Terminen und Aktionen offen.

Eure Kollektive von Drugstore und Potse

Call for Solidarity

– english below-Wir brauchen eure Unterstützung!
Am 08.01.2020 ist das Räumungsverfahren der Potse. Wirkliche Lösungen gibt es aber von Seiten der Stadt und dem Bezirk weiterhin nicht.
Dies bedeutet, dass es auf eine gewaltsame Räumung hinauslaufen wird.
Um mehr Menschen auf unsere Situation aufmerksam zu machen und den Druck auf die Politik zu erhöhen, rufen wir auf sich am Samstag, den 28.09., an der Demonstration „Drugstore und Potse erhalten – Eine Stadt für Alle!“ um 12 Uhr vor der Potsdamer Str. 180 zu beteiligen. Aber damit viele Menschen zu der Demonstration kommen, brauchen wir die praktische Solidarität von Einzelpersonen, Gruppen, Bands und Kollektiven.
Die Demonstration wurde erst mal von der Polizei nicht genehmigt. Nach einer Routenänderung hat die Polizei dennoch weiterhin den Auftaktort vor der Potsdamer Straße 180 verboten. Diesen mussten wir mit unserem Anwalt vor der Versammlungsbehörde durchsetzen.
Macht auf die Demonstration aufmerksam, redet mit Menschen über unsere Situation, schreibt eigene Aufrufe, mobilisiert mit Plakaten und Flyern. Nehmt Mobivideos auf oder mobilisiert kreativ für die Demo und die TuMalWat Aktionstage.
Plakate für die Demo liegen in den Buchläden Schwarze Risse am Mehringdamm, Schwankende Weltkugel in der Kastanienallee, sowie in der Potse und im Tommy-Weisbecker-Haus (zu Bürozeiten und auf Anfrage) aus.

Demonstration Drugstore und Potse erhalten – Eine Stadt für Alle!
Samstag, 28.09.2019 Potsdamer Str. 180, 12 Uhr
Kämpfen wir gemeinsam für eine Stadt für Alle!

Drugstore, Syndikat, Meuterei, Liebig 34, Potse, Rigaer94, Rummelsburger Bucht, DieselA bleiben.

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We need your support!
The 08th of January 2020 is the evacuation procedure of the Potse. However, the city and district haven’t found any actual alternative spaces.
This means that the eviction will be violent.
To draw more people’s attention to our situation and to increase the pressure on politics, we call for participation in the demonstration „Drugstore and Potse should stay- A City for All!“ on Saturday, the 28th of September at 12 o’clock in front of Potsdamer Str 180. But to maximise participation, we need the practical solidarity of individuals, groups, bands and collectives.
Initially the demonstration was not approved by the police. After the route was changed, the police still banned the launch site in front of Potsdamer Straße 180. We had to stand before the assembly authority with our lawyer to get permission.

Try to draw attention to the demonstration, talk to people about our situation, write your own calls for solidarity, mobilize people with posters and flyers. Create mobilization videos or mobilize in your own creative way for the protest and the TuMalWat action days.
You can find posters for the demonstration in the bookstores “Schwarze Risse” at Mehringdamm, “Schwankende Weltkugel” at Kastanienallee, as well as in the Potse and the Tommy Weisbecker Haus (during open office hours and on request).

Demonstration „Drugstore and Potse should stay- A City for All!“
Saturday, 28th of September 2019, Potsdamer Str. 180, 12 o’clock
Let us fight together for a city for all!
Drugstore, Syndikat, Meuterei, Liebig 34, Potse, Rigaer94, Rummelsburger Bucht, DieselA are staying!

Pressemitteilung Drugstore & Potse 15.08.2019

+++Termin für Räumungsverfahren der Potse steht+++

+++Großdemo Ende September+++

Am 08.01.2020 soll vor dem Landgericht die Räumung von dem selbstverwalteten Jugendzentrum Potse verhandelt werden. Die Potse hat seit Anfang dieses Jahres ihre Schlüssel für die Räume in der Potsdamer Str. 180 nicht abgegeben und nutzt diese Räume weiterhin für notwendige Jugendarbeit im Schöneberger Norden.

Das Drugstore konnte die bereits unterzeichneten Räume in der Potsdamer Straße 134/136 bisweilen immer noch nicht nutzen, geschweige denn betreten. Die Umbauarbeiten haben immer noch nicht begonnen, womit ein Einzug im Jahr 2019 unmöglich scheint und das Kollektiv, trotz Versprechungen seitens der Politik, weiterhin auf der Straße sitzt.

Wie sich jetzt herausstellt sind in dem Jugendhaushalt für die Jahre 2020 und 2021 keine Mittel für die Potse, sowie für laute Nutzungen des Drugstores eingeplant. Auch sieht der Jugendstadtrat Oliver Schwork (SPD) keine Lösung für die Potse (Taz 09.07.19) und sehnt sich den Räumungsbescheid herbei (Berliner Woche 13.06.19).

Die Politik versucht die Situation auszusitzen und hofft auf eine gewaltsame Lösung, um von ihrer Unfähigkeit abzulenken, Räume für Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen!“, sagt Isabel, eine jugendliche Besucherin der Potse.

Für das Kollektiv der Potse ist es klar, dass sie die Räume in der Potsdamer Straße 180 solange weiter nutzen, bis es für Drugstore und Potse ausreichend Räume für alle Nutzungen gibt, die die Kollektive in den Jahrzehnten an Jugendarbeit entwickelt und ausgebaut haben.

Um auf die Situation von Drugstore und Potse aufmerksam zu machen, sowie für eine Stadt für Alle zu kämpfen, rufen die beiden Kollektive zu einer Demonstration auf. Am 28.09.2019 um 12 Uhr sollen alle zur Potsdamer Straße 180 kommen und sich an der Großdemonstration unter dem Motto: ‚Drugstore und Potse erhalten – Eine Stadt für Alle!‘ beteiligen. Die Demonstration wird im Rahmen der ‚Tu mal wat‘ Aktionstage stattfinden.

Pressekontakt:

presse.drugstore.potse[at]online.de

Pressehandy 1: 01632462650

Pressehandy 2: 015750939824

Potse & DruGstOre TagebUcH #3

Unsere letzte Woche war verhältnismäßig ruhig.
Das Drugstore-Kollektiv saß zu einem Gespräch mit Vertreter*innen des Bezirks- und Jugendamts zusammen, bei dem unter anderem über die vor zwei Wochen besichtigten Proberäume gesprochen wurde. Eventuell ist da was in Aussicht, sodass die Bands, die früher mehrmals die Woche im Drugstore spielen konnten, nach sieben Monaten bald mal wieder einen Platz zum Proben hätten! Das wäre doch mal was.

Außerdem war das Kollektiv vom Drugstore übers Wochenende zu Besuch bei einem ehemaligen Vereinsprojekt in Wernsdorf. Wir hatten ’ne schöne Zeit mit haufenweise gutem Essen, super Wetter und ’nem See in der Nähe.

In der Zwischenzeit laufen fleißig die Vorbereitungen für den Drugstore-Potse-Infostand auf dem Resist To Exist Festival 2019 (Vol. XVI)! Da der Orga vom Resist bis zur letzten Minute immer wieder Steine in den Weg geworfen wurden, findet das Ganze dieses Jahr im ORWOhaus statt. Alle hin da! An unserem Stand erwartet euch ein ähnliches Angebot wie in den paar Jahren zuvor, also kommt auch da gerne rum, wir freuen uns.

Wo wir schon bei Festivals sind: Auch die Vorbereitungen fürs diesjährige Potse-Drugstore-Festival laufen auf Hochtouren. Streicht euch den 12. bis 14. September schon mal im Kalender an, das wird krass. Und wenn ihr interessiert seid, an der Orga mitzuwirken, kommt nächsten Mittwoch (07.08.) um 18 Uhr zum Festivalplenum ins Schicksaal (Tommyhaus, Wilhelmstr. 9).

Nächsten Montag steht außerdem mal wieder das Unterstützer*innen-Plenum an. Statt findet das wie gewohnt im Zwei-Wochen-Takt, wir sehen uns um 18 Uhr in der Potse Berlin.

Und zum Schluss noch ein Hinweis an Menschen, die an unseren öffentlichen Plena interessiert sind: Das öffentliche Potse-Plenum findet nächste Woche am 06.08. nicht statt. Der Drugstore pleniert jedoch wie jeden Dienstag um 18 Uhr im P12 in Schöneberg (Pallasstr. 12, 10781 Berlin).

Die Äcker und Konzerträume denen die darauf und darin tanzen!

Eure Drugstore & Potse Kollektive

POtse & DruGstOre TAgebUcH #2:

Neue Woche, neuer Bericht, los geht’s!

POtse & DruGstOre TAgebUcH #2:

Der letzte Freitag wartete direkt mit einer schlechten Nachricht auf, denn die Potse musste ihre Piratenpoolparty ausfallen lassen! Grund dafür und ein bekanntes Phänomen: Mitarbeiter*innenmangel, Festivalzeit, Sommerloch, aber das ist ja auch bald vorbei. Ein neuer Termin kommt, versprochen!

Trotz Sommerloch gibt es aber noch motivierte Kollektivisti, die der Hitze die Stirn bieten und weiter fröhlich das Katerkino veranstalten. Wer also sonntags generell lieber rumhängen will, warum dann nicht auch bei einem günstigen und kalten Getränk + Klimaanlage? Als netter Vorschlag!

Ihr habt sicherlich mitbekommen, dass das Resist to Exist auf der Kippe steht. Unser aller geliebtes Punk and more Festival in der Nähe von Berlin. Leider haben sie vor dem Gericht verloren und versuchen in nächster Instanz das Ruder doch noch herum zu reißen. Resist bleibt und wir werden auch da sein! Die ein oder andere Überraschung werden wir dann auch im Gepäck haben.

Achso, das Potse-Klo geht wieder! War verstopft aber jetzt ist alles cool.

Und auch diese Woche gibt es News zu ErsatzrO!men: wir haben uns einen Konzertraum angeguckt! Alles etwas ungewöhnlich und nach all den Monaten auch surreal. Wir sind gespannt, wie sich das entwickelt. Zugesagt ist aber noch nichts, verraten können wir auch noch nichts, also Augen und Ohren offen halten!

Das Drugstore hat sich auch endlich mit der Gewobag getroffen, die die Vermieter*innen der Potsdamer Str. 134/136 sind. Jetzt sind wir zumindest im Bilde, was die sich von uns vorstellen, was erwartet wird und so weiter. Die Schadstoffsanierung der Räume ist ebenfalls abgeschlossen aber die Umbauten…nunja. Zumindest das Bezirks- und Jugendamt ist optimistisch, dass der Einzug noch dieses Jahr klappt. Wir würden uns ja schon über einen Raum zum Plenieren freuen, nur mal so. 🤷‍♀️

Achso, ja, Sommerloch: das nächste Unterstützer*innenplenum findet am 05.08.2019 in der Potse statt. Dort erfahrt ihr, wie ihr beide Kollektive unterstützen könnt – kommt rum!

Der Kampf geht weiter, auch bei Hitze, Wind und Wetter.
In diesem Sinne: Eistee und Kühlpacks den Hütten, kaputte Ventilatoren den Palästen!

Eure Drugstore & Potse Berlin Kollektive

P.S.: Haben wir da etwas von einer Großdemo Ende September gehört…?

POtse & DruGstOre TAgebUcH #1:

Mal wieder war es eine längere Zeit ruhiger um uns bestellt.
Die Arbeit im Exil ist keine einfache und nicht nur wir können davon ein Lied singen. Wir haben aber gemerkt, dass Unterstützer*innen und Besucher*innen weiterhin großes Interesse haben mehr zu erfahren, was so abgeht.

Deshalb:
An alle die wissen wollen, was uns (Drugstore & Potse Berlin) die letzte Woche (Donnerstag – Donnerstag) so beschäftigt hat, kommt jetzt offen, ehrlich und dreckig unser erster öffentlicher Tagebucheintrag!

POtse & DruGstOre TAgebUcH #1:

– Letzten Donnerstag fand vor der Potse ein Fotoshooting für die grandiose Fotoausstellung „One Struggle One Fight“ statt. So könnt ihr auch heute an dem Blitzlichtgewitter teilnehmen: bunt, vermummt und kreativ ab 18h vor der Potse.

– ‚Ne Stunde früher findet (heute um 17h) am Ku’Damm 177 eine Solikundgebung für das Syndikat statt, um den Vollpfostenvestor*innen von *Pears Global* klar zu machen, was wir von ihnen halten! Dann um 18:30 geht es direkt vor dem Syndikat weiter, Weisestr. 56 (wir halten auch einen Redebeitrag!)

– Aus Solidarität zum Syndi wird auch der heutige Punkrocktresen in der Potse später beginnen, nämlich erst nach allen Kundgebungen und erst ab 22h.

-Achtung Scheiß(!)nachricht: Das letzte PotseKlo ist kaputt!!! Wir bemühen uns dies bis Donnerstag wieder fit zu machen, ansonsten werden wir unsere Fäkalien halt in Eimern sammeln…

– Das Drugstore hat sich Proberäume angeschaut! Zwischen Tempelhof und Neukölln haben wir schöne aber teure Proberäume besichtigt. Leider kein wirklicher Ersatz zu unseren gestohlenen Proberäumen im Drugstore, aber wir halten Augen und Ohren offen.

– Morgen schon findet im Saal im Tommyhaus unser Casinoabend / Drugstore im Exil statt, mit lustigen Spielchen und mit tollen Preisen haben wir euch etwas vorbereitet!

-Dolle beschäftigt uns in den letzten Wochen auch die geplante Sea-Watch Soli Party im Tommyhaus mit Infoständen, veganem Kuchenbazar, Solicocktails, Soligrill, Flohmarkt und jede Menge Punkrock&mehr auf die Öhrchen! Also alle Terminkalender uff und den 09.-10. August notieren!

– Der Kampf um adäkwaate ErsatzrOime geht in die nächste Runde, denn vom 16.-18. August werden wir zusammen mit Let’s get United an 3 Tagen den Schöneberger *Bunker* einfordern!
Hier: Rückt den Bunker raus! Neue Räume für Potse und Drugstore!
Mit Punk, Tekkno, einem jäzzigem D.I.Y. Flohmarkt und mehr werden wir laut sein, unsere Petition übergeben und ein weiteres mal klar machen, dass wir uns nicht mit nur einem Stück vom Kuchen zufrieden geben!

– Wir sind auch auf der Suche nach Unterstützung, um das diesjährige Potse/Drugstore-FestiVal auf die Beine zu stellen. Wie letzten Mittwoch treffen wir uns auch nächsten Mittwoch (24.07) im Schicksaal zum Festivalplenum.

– In der Potse hängt für euch jetzt auch ein KummerKasten (aKa. Kotz Kissen), wo ihr anonym Anregungen, Kritik und Kummer aller Art loswerden könnt.

– & zum Schluss laden wir euch wie jeden Montag herzlichst zum ZeckenZirkus ein. Auch diese Woche wurde viel jongliert, gelernt, geübt, gelacht und angezündet.

In diesem Sinne: Feuer und Flamme der Gentrifrittierung! Eure Drugstore & Potse Kollektive

Pressemitteilung Drugstore & Potse 07.06.2019

++Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) verhindert Lösung++

++Altes Straßenbahndepot in der Belziger Straße als kurzfristige Lösung?++

++Vertrag der Potsdamer Str. 134-136 kurz vor der Unterzeichnung++

Es geht weiter mit dem Rummel um neue Räumlichkeiten für das Jugendzentrum Drugstore und das Jugendzentrum Potse.

Nachdem klar wurde, dass der Bezirk Tempelhof-Schöneberg mit der Suche nach neuen Räumlichkeiten an seine Belastungsgrenze gekommen ist, hat die Koalition aus rot-rot-grün Hilfe zugesichert.

So tagte der Koalitionsausschuss am 29.05.2019 und hatte auch die beiden Jugendzentrum Drugstore und Potse als Thema auf der Tagesordnung.

Es wurde unter anderem an Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) appelliert, dass er, für eine mittelfristige Lösung von Konzerten, Proben und Veranstaltungen der beiden Jugendzentren, von der Realisierung einer Finanzschule in der Potsdamer Str. 140 absehen und den Ort den beiden Jugendzentren überlassen soll.

Doch Matthias Kollatz weigert sich. Es werde schon gebaut, heißt es.

Eine Aussage, die Fakten schafft und die Verwirklichung an diesem Ort abschafft.

Dass das Thema „Drugstore & Potse“ auch im Koalitionsausschuss, und nicht nur in der Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof-Schöneberg, für erhitzte Gemüter sorgt, zeigte sich durch einige Wortgefechte auch im Koalitionsausschuss. Nachdem diese abflauten, schlug Michael Müller (SPD) das alte Straßenbahndepot an der Belziger Straße, nahe dem Rathaus Schöneberg, vor.

Im Jahre 2013 wurde zu diesem Grundstück in der BVV Tempelhof-Schöneberg beschlossen, dass der*die Nutzer*in, mit dem größten sozialen und kulturellen Nutzen das Grundstück bespielen kann.

Zu diesem Grundstück gab es seit 2017 immer wieder Informationsveranstaltungen, die von Jörn Oltmann (Grüne) organisiert wurden, und die Bürger*innen dazu einlud, gemeinsam an einem Konzept für dieses sogenannte „Filet-Grundstück“ zu arbeiten.

Die beiden Jugendzentren wurden in diese Pläne bisher nie mit einbezogen und haben von diesem landeseigenen Grundstück erst nach dem Koalitionsausschuss erfahren.

Wie kann es sein, dass eine Lösung so nahe liegt und doch verschwiegen wird?

Wir fragen uns:

Gibt es schon feste Pläne mit den Bürger*innen?

Wenn ja: Gibt es überhaupt noch freie Räume, die von den Jugendzentren genutzt werden könnten oder handelt es sich hier wieder um Luftschlösser?

Wenn nein: Warum wurde erst so spät darauf aufmerksam gemacht?

Auch kam der Tempelhofer Flughafen wieder als kurzfristige Lösung ins Spiel.

Die letzte Aussage, die den Jugendzentren mitgeteilt wurde ist, dass eine Nutzung der Flächen im Tempelhofer Flughafen angeblich nicht möglich sei und von der Verwaltung des Flughafens (Tempelhof Projekt GmbH) nicht gewünscht ist.

Was hat sich geändert? Oder wird hier nur ins Blaue geraten?

Zumindest für das Jugendzentrum Drugstore gibt es einen Lichtblick.

Das Kollektiv hat dem Bezirksamt und Jugendamt mitgeteilt, dass der Trägerverein ssb e.V. die finale Version der Nutzungsvereinbarung für die Potsdamer Str. 134-136 unterschreiben wird.

Somit wird das Jugendzentrum Drugstore kurzfristig in der Potsdamer Str. 134-136 unterkommen und den leisen Teil seines Angebots vermutlich zum Ende des Jahres aufnehmen können.

Umbauarbeiten wurden nämlich bisher nicht aufgenommen, obwohl der Abschluss jener zur Mitte des Jahres zugesichert wurde.

 

Wir laden zudem zum Carnival of Subculture ein!

Start der Demo am 08.06.2019 um 12 Uhr Frankfurter Tor.

Start der Kundgebung um 15 Uhr an der Muskauer Str.

Für eine Stadt von unten, für mehr Freiräume, gegen Gentrifidingsbums!

 

Die Pressesprecher*innen von Drugstore und Potse

Pressemail: presse.drugstore.potse[at]online.de

Pressehandy 1: 01632462650

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Pressemitteilung 15.05.2019

Die Kollektive von Drugstore und Potse kritisieren, dass der Potse nun die Räumungsklage zugestellt wurde, obwohl keine adäquaten Ersatzräume zur Verfügung stehen. Als Zeichen des Protestes hat die Potse im zweiten Stock der Potsdamer Straße 180 ein Transparent mit der Aufschrift: „JUGENDARBEIT VERHINDERN – #SPDISTDIEANTWORT“ aufgehangen.
Des Weiteren wird die ehemalige Deutsche Bank Filiale im Finanzamt in der Potsdamer Straße 140 als mittelfristiges Ersatzobjekt für Konzerte und Proben eingefordert. Die Räume baut der Finanzsenator Matthias Kollatz zur Zeit für die Steuerprüfungsbehörde um. Als langfristiges Ersatzobjekt kommt nach den Jugendlichen nur der Hochbunker in der Pallasstraße in Frage.

++Danke, Schworck++

Wir, die Jugendzentren Drugstore & Potse, möchten uns bei dem Jugendstadtrat Oliver Schworck für die Räumungsklage gegen die Potse, welche uns die Tage erreicht hat, bedanken.
In vorauseilenendem Gehorsam hat der Jugendstadtrat für den Bezirk Tempelhof-Schöneberg eine Räumungsklage gegen das selbstverwaltete&autonome Jugendzentrum Potse eingereicht, obwohl er in vorherigen Gesprächen und Interviews beteuert hat, dass niemandem (inklusive ihm) an einer Räumung gelegen sei. Wichtig dabei ist zu wissen, dass den Kollektiven zu keinem Zeitpunkt adäquate Ersatzräume zur Verfügung gestellt wurden und bis dato auch nicht stehen. Gemeint sind Ersatzräume für beide Jugendzentren, in welchen wir alle bisherigen Nutzungen, inklusive der Proberäume und Konzerträume, umsetzen können.
Bis solche Räume zur Verfügung stehen wird die Potse, wie auch in den vorherigen Jahrzehnten, weiterhin Jugendarbeit in den Räumen in der Potsdamer Straße 180 leisten.
Besonders in den letzten fünf Monaten nutzten weit über hundert Jugendliche wöchentlich die Räume im zweiten Obergeschoss!

Es ist erschreckend festzustellen, dass der Senat nicht in der Lage zu sein scheint, Räume für eine so wichtige und einzigartige Jugendarbeit zu finden. Selbstverwaltung & Partizipation sind Themen, die wieder mehr an Bedeutung gewinnen und vor allem in der Arbeit mit Jugendlichen & jungen Erwachsenen ein neues Hoch erleben. So haben ehrenamtliche Mitarbeiter*innen der Kollektive aktiv an Projekten im Bezirk Tempelhof-Schöneberg mitgewirkt, um die von ihnen gelebte & erfolgreiche Selbstverwaltung auch anderen Trägern näher zu bringen.
Es ist daher besonders besorgniserregend, dass es dennoch keine weiteren Aussichten, als eine kurzfristige Lösung für nur eines der beiden Jugendzentren gibt.
Vorallem, da uns zwei Regierungsparteien in unseren Forderungen unterstützen (Linke und Grüne) aber die SPD, namentlich der Finanzsenator Matthias Kollatz, aktiv gegen eine Lösung arbeitet.
In den Räumlichkeiten der Potsdamer Straße 140 möchte der Finanzsenator nun eine Steuerprüfungsbehörde einrichten, statt die Räume wie angekündigt den Kollektiven zur vorübergehenden Nutzung für Konzerte und Proben zur Verfügung zu stellen.
Trotz unserem Protest am 03.05.2019, bei dem es auch zu unnötiger und überzogener Polizeigewalt kam (sowohl verbal als auch körperlich), hat sich der Finanzsenator bisher zu keinen Gesprächen bereit gezeigt.

Die Gespräche zu der Potsdamer Str. 140 stehen dementsprechend weiter aus.
Für die Potsdamer Str. 134-136 steht das Jugendzentrum Drugstore im Gespräch mit dem Bezirks- & und Jugendamt.
Die ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen haben finale Änderungsvorschläge am übermittelten Vertrag vorgenommen und dem BA/JA zur Sichtung gereicht.
Erst sobald diese Änderungen übernommen wurden, kann das Drugstore die Mietverträge für die Räume in der Potsdamer Str. 134-136 unterschreiben und die vom Bezirksamt angeordneten Baumaßnahmen beginnen.
Das bedeutet, dass die Jugendzentren voraussichtlich bis Ende des Jahres keine feste Bleibe haben. Die Zusage des Bezirkamtes, dass die Räume bis Mitte des Jahres bezugsfertig seien, ist damit hinfällig.

Bei der Potsdamer Str. 134-136 handelt es sich weiterhin nur um eine kurzfristige Lösung, in der wir weder Konzerte, noch Partys, noch Proben stattfinden lassen können!
Wir fordern eine mittelfristige Lösung für alle unsere Angebote – und zwar sowohl für das Drugstore, als auch für die Potse!
Um langfristig unterzukommen gibt es nur eine naheliegende Lösung – den Hochbunker in der Pallasstr.

Deshalb fordern wir:
Kollatz, rück die Potsdamer Str. 140 raus!
Oltmann, gib endlich den Bunker frei!

Die Potse bleibt solange in der Potsdamer Str. 180, bis es adäquate Ersatzräume für beide Jugendzentren gibt!

Wenn ihr uns unterstützen wollt, kommt jeden 2. und 4. Montag im Monat um 18 Uhr in die Potse zum Unterstützer*innen-Treff.

Die Pressesprecher*innen von Drugstore und Potse

Pressemail: presse.drugstore.potse[at]online.de
Pressehandy 1: 01632462650
Pressehandy 2: 015750939824