Lange war es ruhig um die Kollektive von Potse und Drugstore. Deshalb folgt nun ein Update!

Wie viele, die die Läden weiterhin besuchen, mitbekommen haben, gibt es uns immer noch an gewohnter Stelle, aber so wirklich genau weiß keiner, was aus dem Gebäude gemacht wird und wie es mit uns weiter geht.
Denn die Kommunikation zwischen dem Bezirksamt und den Läden ist weiterhin ein großer Knackpunkt. Nicht nur wird sich, wenn sich gemeldet wird, erst viel später zurückgemeldet, auch werden unsere Forderungen (Betonung auf die Mehrzahl der Versuche) auf Akteneinsicht, was die neuen Mietverträge (zwischen dem Bezirksamt und dem Eigentümer) angeht, konsequent abgelehnt, da diese Verträge nicht für uns von Interesse seien. Wir sind uns wohl alle einig, dass die Verträge insbesondere für uns von Interesse sind, egal was das Bezirksamt sagt. Der Kommunikationsmangel führt bei uns zu weiteren kleinen und großen Problemen. An den Fahrstuhl, der uns nicht nur den Ablauf in den Läden erleichtert hat, sondern auch Rollstuhlfahrer*innen oder Menschen mit Gehbehinderungen den Zutritt zu unseren Läden ermöglicht hat, kommen wir nicht ran. Die Nutzung wurde uns vor Jahren durch eine schriftliche Zusage (von dem ehemaligen Eigentümer, der BVG) zugesichert, nun ist aber der Zugang abgesperrt und einen Schlüssel für uns gibt es auch nicht. Da die BVG keinen Pförtner mehr hat, der dem Postmensch den Weg zu unserem Briefkasten öffnen kann, kommt unsere Post aktuell nur auf Umwegen zu uns.

Neben den Problemen im täglichen Ablauf, nagt natürlich auch die Zukunftsangst an uns. Durch Recherche von Bezirksamts- und Kollektivseite aus, musste man feststellen, dass es keine geeigneten Flächen in Tempelhof-Schöneberg gibt, in die die beiden Kollektive ziehen könnten. Eine Neubebauung anderswo würde zu lange dauern, andere Räumlichkeiten sind absolut ungeeignet für Jugendarbeit, andere zu teuer, und wieder andere nicht in dem Bezirk, der von uns und unserer Jugendarbeit abhängig ist (andersrum natürlich genauso). Denn zwei Sachen stehen ganz klar fest: unser umfangreiches Angebot wird bestehen bleiben und beide Kollektive werden nicht örtlich voneinander getrennt werden.

Der Eigentümer des Gebäudes verhält sich zur Zeit bedeckt. Durch die Verweigerung der Einsicht in die Mietverträge steht uns auch keine aktuelle Adresse des Eigentümers zur Verfügung.
Neben dem hohen gesellschaftlichen und kulturellen Wert der beiden Läden, verdient das Bezirksamt auch bares Geld mit dem Drugstore. Die Jugendarbeit wird von allen ehrenamtlich gestemmt, für die der Bezirk Kohle bekommt. Nicht nur deswegen sollten wir dem Bezirksamt nicht am Allerwertesten vorbeigehen.

Die vielen Solidaritätsbekundungen von diversen anderen Läden und Projekten stärkt uns in unserer Arbeit und dem Willen, an diesem Standort erhalten zu bleiben. Auch wir mussten am eigenen Leib erfahren, wie es ist, wenn das Kollektiv an seine Grenzen gerät, Autoritäten einen in der Pressearbeit einschränken und einem das ganze über den Kopf wächst. In diesen Zeiten ist es wichtig, dass man noch stärker zusammenhält und die Projekte noch tatkräftiger unterstützt, als eh schon. Nur so ist dieser Kampf zu gewinnen! KoZe, Potse, Friedel, Linie206, R94 und Drugstore bleibt!