Pressemitteilung 31.12.2018

Pressemitteilung 31.12.2018 11Uhr

Das Drugstore hat die Räume bzw. die Schlüssel für die Potsdamer Straße 180 freiwillig abgegeben.

Das Drugstore hat somit keinen Zutritt mehr zu den Räumlichkeiten.

Außerdem hat sich das Drugstore-Kollektiv dagegen entschieden, die Räumlichkeiten zu besetzen oder in den Räumlichkeiten zu bleiben, da eine mögliche Schadensersatzklage des Eigentümers den Trägerverein des Drugstores, den SSB e.V. (Sozialpädagogische Sondermaßnahmen Berlin e.V.), finanziell schädigen oder in den Ruin treiben könnte. An dem SSB e.V. hängen neben dem Drugstore noch die Mansteinstraße (ein Hausprojekt) und das Thomas Weißbecker Haus (ein Hausprojekt mit Vereinskneipe und einem Veranstaltungsraum). Somit hätte eine mögliche Besetzung dringend notwendigen und vor allem alternativen Lebensraum gefährdet.

Das Potse-Kollektiv hat sich entschlossen in seinen Räumlichkeiten zu bleiben. Die angebotenen Ersatzräumlichkeiten stellen im besten Falle einen Witz dar. Hiermit verhöhnt die Politik die jahrzehntelange, ehrenamtliche Arbeit, die von Generationen an Jugendlichen geleistet wurde und wird. Es ist nicht hinnehmbar, dass das sowieso schon knappe Angebot an kultureller Beteiligung einem Hostel für Start-Up Yuppies weichen soll.

Soziale Teilhabe ist nicht einfach nur eine Option, die nach Lust und Laune von „Investoren“ vergeben oder genommen wird. Sie ist ein Recht aller Berliner*innen. Deswegen braucht es auch weiter die Angebote von Drugstore und Potse. Dies ist mit den gegebenen Räumlichkeiten schlicht nicht möglich. Daher fordern wir, dass unseren Projekten endlich Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden in denen wir unsere Angebote aufrecht erhalten können. Dafür ist es notwendig auch in Zukunft eine Lärmnutzung in Form von je zwei Konzert- und Bandproberäumen zu gewährleisten.

Trotz der Notwendigkeit unterschiedlich auf den Angriff auf unsere Räume zu reagieren, bedeutet dies kein Ende des Drugstore/Potse-Kollektivs. Wir werden auch weiterhin gemeinsam kämpfen. Wir bilden immernoch eine Einheit gegen Verdrängung und Ausgrenzung. Wir werden uns auch weiter gemeinsam einsetzen, für soziale Räume und für ein Berlin für alle, unabhängig von Herkunft, Sexualität, Aussehen und Geld.

Die Potse hingegen verbleibt in den angestammten Räumlichkeiten. Die Potse, die kein Teil vom SSB.e.V. ist, sieht in den bis jetzt angebotenen Ersatzräumen keinen adäquaten Ersatz. Die Ersatzräume sind viel zu klein und verfügen nicht über die Möglichkeit Konzerte und Bandproben zu veranstalten.

Potse bleibt, damit wir alle bleiben können! Potse bleibt, in Solidarität mit dem Drugstore, der Liebig 34 und dem Syndikat, die am gleichen Tag geschlossen werden sollen. In Solidarität mit allen weiteren bedrohten Projekten, die für eine alternative und antifaschistische Welt einstehen. In Solidarität mit allen Mieter*innen die sich gegen den Mietenwahnsinn stellen…Wir bleiben alle!

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Email: presse.drugstore.potse@online.de

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Pressemitteilung 27.12.2018

Uhrzeit für Schlüsselübergabe von Drugstore und Potse bekannt

Am 31.12.2018 ist um 11 Uhr der Termin für die Schlüsselübergabe von Drugstore und Potse an den Jugendstadtrat Oliver Schworck (SPD). Die Schlüsselübergabe soll vor der Tür der Potsdamer Straße 180 stattfinden. Vor der Tür, durch die seit dem 16.09.1972 hunderttausende Jugendliche durchgegangen sind. Die Tür zu einem Ort, in dem sich unzählige Jugendliche selbst gefunden haben, selbstorganisiert ohne Sozialarbeiter*innen und Erzieher*innen. Die Tür, die am 31.12.2018 für immer für Jugendliche geschlossen werden wird – nach fast 50 Jahren erfolgreicher Jugendarbeit.

Die Schlüsselübergabe soll und wird in der Öffentlichkeit stattfinden.
Außerdem wird es von 10 Uhr an eine Kundgebung mit Konzert und Redebeiträgen vor der Potsdamer Straße 180 geben. Bis jetzt haben OneStepAhead, Lena Stoehrfaktor , Torkel T , Konny Kleinkunstpunk und Tapete zugesagt.

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Pressemitteilung Drugstore und Potse 13.12.2018

Kam all das Lob zu früh?

Gewobag verzögert Vertragsunterzeichnung +++ Neue Räume in Zusammenarbeit mit der Tempelhofer Feld Projekt GmbH möglich? +++ Auszug ohne Selbstbestimmung +++ Schlüsselübergabe am 31.12.2018 oder am 03.01.2019? +++ Finanzschule statt Jugendzentren

 

Am 07.Juni 2018 ging die E-Mail mit dem bezirklichen Anmietungsinteresse an die Gewobag. Bis heute wurden keine Mietverträge unterschrieben. Die Jugendlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen werden von Woche zu Woche mit dem Hinweis vertröstet, dass der Vertrag kurz vorm Unterschreiben sei und sie uns dann Bescheid sagen. Der Vertrag befindet sich mittlerweile in der 4. Fassung und wir finden es unerhört, wie wir bisher hingehalten wurden. Es wird von uns Planung verlangt ohne uns Perspektiven zu bieten, mit denen wir planen können!

Bei einer Soliveranstaltung im Leydicke am 30.11.2018 hat Oliver Schworck (Jugendstadtrat-TS/SPD) verlauten lassen, dass sie in Zusammenarbeit mit der Tempelhof Projekt GmbH Räume anmieten werden, in denen lärmintensive Nutzung, wie z.B. Konzerte und Partys, stattfinden können. Auch Katrin Lompscher (Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen/Die Linke) sowie Philip Bertram (Abgeordnetenhaus/Die Linke) haben das bestätigt. Jedoch ist die Nutzung als gemeinsame Nutzung mit anderen Projekten geplant, nur ungefähr 2x im Monat und unsere Technik müsste nach jeder Veranstaltung wieder demontiert werden. Das ist ein enormer Arbeitsaufwand und schränkt unsere Handlungsfähigkeit und Planung massiv ein!

Für den Auszug aus den bisherigen Räumen wurde den Jugendlichen ein konkretes Zeitfenster genannt – vom 17.12-21.12 müssen die ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen alle Einbauten demontieren, alle Kisten sortieren und in bereitgestellte Lieferwägen packen, welche dann mit bereitgestellten Fahrern in zuvor angemietete Lagerräume gefahren werden. Zu all dem kommt noch, dass den Jugendzentren Lagerflächen in Staaken angemietet wurden, knapp 20km von ihrem Bezirk, ihrem Kiez entfernt, eine Stunde von allen möglichen Räumen, die eventuell angemietet werden sollen. Es stellt sich zurecht die Frage: gab es wirklich keine Lagerräume innerhalb der Stadt? Kann das schon als Schikane bezeichnet werden? Außerdem ist dem Bezirks- und Jugendamt aufgefallen, dass sie die Finanzierung für einen Umzug der Technik zwischen Weihnachten und Neujahr für dieses Jahr nicht mehr stemmen können, weswegen die beiden Jugendzentren diesen Umzug vorerst selber bezahlen.

Am 17.10.2018 wurde in der öffentlich zugänglichen Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg von Oliver Schworck unser Auszugstermin genannt –  am 03.01.2019 soll die Schlüsselübergabe mit dem Eigentümer stattfinden. Jedoch hat Oliver Schworck am 10.12.2018, bei einem der unregelmäßigen Planungstreffen, den 31.12.2018 als Schlüsselübergabe genannt und gesagt er „weiß gar nicht, wo der 03.01.2019 immer herkommt“. Das ist Verunsicherungstaktik, die wir nicht hinnehmen! Wir brauchen jedes bisschen Zeit, um diesen Auszug mental und physisch zu stemmen. Leichtfertig das wichtigste Datum für uns ändern zu wollen ist rücksichtslos und grenzt an Wortbruch!

Auch hat sich die Berliner Immobilien Management GmbH mittlerweile gegenüber der Presse geäußert, warum eine Nutzung unsererseits in ihren Räumen in der Potsdamer Str 140 nicht möglich sei. Haben sie uns zuerst unterstellt, dass wir behauptet hätten, dass uns die Räume zu klein wären, haben sie nun gesagt, dass das Finanzamt dort seine Finanzschule einrichten möchte. Um weiterhin für Schöneberg und im speziellen den Schöneberg Norden verfügbar zu sein, ist es essentiell für uns, dass wir Räume in der näheren Umgebung bekommen. Wir fragen uns, muss eine Finanzschule, die nicht bezirksgebunden ist, unbedingt diese Räume beziehen? Es sind noch nicht alle Prüfungen bezüglich einer möglichen Nutzung durch uns abgeschlossen, weswegen wir die BIM auffordern, die Verhandlungen mit dem Bezirksamt unverzüglich wieder aufzunehmen!

Deshalb und aus vielen weiteren Gründen rufen wir zur Demo am 15.12.2018 um 14 Uhr vor dem Rathaus Schöneberg (John-F.-Kennedy-Platz 1, 10825) auf!

Wir sind viele, vielen von uns droht der Rausschmiss. Solidarität mit allen bedrohten Projekten!

Pressemail: presse.drugstore.potse@online.de

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