Pressemitteilung Drugstore & Potse 21.02.19

+Räumungstitel wird beantragt++

In der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg vom 20.02.2019 hat das Jugendamt, vertreten durch den Jugendstadtrat Oliver Schworck (SPD) bestätigt, dass der Bezirk eine Räumungsklage gegen den Potze e.V. einreichen wird. Erste Berichte dazu waren am 20.02.2019 im Tagesspiegel zu lesen. Den Kollektiven wurde dies im Vorfeld, vor der Berichterstattung, nicht mitgeteilt. Begründet wird der Räumungstitel mit noch nicht geprüften und absurd hohen Schadensersatzforderungen der Eigentümerseite. Es wird hier von 5stelligen Summen gesprochen.

Diese Aussage steht komplett gegenteilig zu dem, was noch am 12.02.2019 in der Presse zu lesen war: „Niemandem sei an einer Eskalation durch ein[e] Räumung gelegen, sagt Schworck.“ – Quelle: https://leute.tagesspiegel.de/…/02/12/68…/immer-wiederpotse/

Des Weiteren bleibt die Potsdamer Str. 134-136 für sich alleine noch kein adäquates Ersatzobjekt für die zwei Jugendzentren, für das die Potse-Aktivist*innen seit dem 31.12.2018 die Räume in der Potsdamer Str. 180 nicht an den*die Eigentümer*in übergeben. Abgesehen davon, dass nur ein kleiner Teil der Angebote, die in der Potsdamer Str. 180 möglich waren, in der Potsdamer Str. 134 -136 umgesetzt werden könnten, ist außerdem nicht klar, wann die Räume bezugsfertig sind – vermutlich nicht vor Sommer 2019. Den Jugendlichen wird vorgehalten, dass das Geld, welches für den Umbau genutzt werden sollte, nun in die weitere Nutzung der Potsdamer Str. 180 investiert werden muss.

Die Ankündigung einer Räumungsklage, ohne dass das Land Berlin oder der Bezirk adäquate Ersatzräume zur Verfügung gestellt hat, ist unverantwortlich gegenüber den ehrenamtlich arbeitenden Jugendlichen, die, bezogen auf das Drugstore-Kollektiv, schon jetzt ohne eigene Räumlichkeiten seit mehr als 50 Tagen buchstäblich auf der Straße sitzen!

Wir fordern, dass die Potsdamer Straße 140 endlich vom Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) für die Jugendarbeit freigegeben wird! Wir fechten die Entscheidungen des Portfolio-Ausschusses an, dass das Gebäude nur für Verwaltung verwendet werden kann! Eine politische Entscheidung wie diese kann immer revidiert werden!

Wir rufen alle dazu auf, gegen eine drohende Räumung von der Potse und für den Erhalt des Drugstores, am 02.03.2019 auf die Straße zu gehen. Wir treffen uns in Schöneberg und werden im Rahmen der „Interkiezionale“ Sterndemo zum Lausitzer Platz laufen, damit unser Bezirk bezahlbar und alternative Jugendkultur erhalten bleibt!

Die Pressesprecher*innen von Drugstore und Potse

Presseemail: presse.drugstore.potse@online.de

Pressehandy 1: 01632462650
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Pressemitteilung 08.02.2019

Pressemitteilung Drugstore & Potse

08.02.2019

++Kein Ergebnis nach Gesprächen mit der BIM++Flughafen Tempelhof als Option vom Tisch++

Am 28.01.2019 haben sich Vertreter*innen der Kollektive von Drugstore und Potse, sowie verschiedene Kiezinitiativen, mit der Geschäftsführung der BIM getroffen, um über die Potsdamer Str. 140 zu sprechen. Die BIM sieht in Bezug auf das Objekt, eine seit Jahren leerstehende Bankfiliale, einen Sachzwang, der aus ihrer Sicht nicht zu überwinden wäre. Es geht dabei um die Regelung, dass Liegenschaften im Sondervermögen, wie die Potsdamer Str. 140 es ist, den Behörden zur Verfügung gestellt werden müssen, wenn sie Bedarfsanfragen stellen. Daher würde eine Nutzung für Drugstore und Potse nicht in Aussicht stehen. Der Brandschutz hingegen wäre kein Hinderungsgrund, der mit einer, wenn auch nicht unaufwändigen, Umbaumaßnahme zu realisieren wäre.

Da es in diesem konkreten Fall um eine kleine Anzahl an Arbeitsplätzen für das Finanzamt geht, ist es für uns nicht nachvollziehbar, wieso für die Bedarfe des Finanzamts nicht ein anderer, geeigneterer Ort gefunden werden kann, als eine Ladenfläche. Im Gegensatz dazu wäre die Potsdamer Str. 140 ein den Umständen entsprechend guter Ort für die Jugendzentren, da dort laute Nutzungen nach 18 Uhr möglich sind und es sich in direkter Nähe zu dem bereits vom Bezirk angemieteten Objekt, der Potsdamer Str. 134-136, befindet.

Da die Entscheidung, die dies herbeigeführt hat, aber auf politischer Ebene festgelegt wurde, ist es bei einem ausreichenden Interesse von Seiten der Landesregierung möglich, dies zu ändern. Keine politische Entscheidung ist unumstößlich! Wir fordern, dass es in Sonderfällen möglich sein muss, Immobilien aus dem Sondervermögen der BIM für die soziale Infrastruktur dieser Stadt zur Verfügung zu stellen! Des Weiteren fordern wir vom Finanzsenator Kollatz, dass er die Räume in der Potsdamer Str. 140 für die selbstverwalteten Jugendzentren Drugstore und Potse zur Verfügung stellt. Sei es auch nur für einige Jahre, bis ein adäquates Ersatzobjekt, wie zum Beispiel der in der Öffentlichkeit bereits erwähnte Bunker in der Pallasstr., bezugsfertig wäre.

Da nach einem Gespräch mit der Tempelhof Projekt GmbH am 06.02.2019 klar wurde, dass kurzfristig keine Konzerte im ehemaligen Flughafengebäude zu realisieren sind, ist es umso wichtiger, dass die Potsdamer Str. 140 für Jugendarbeit zur Verfügung gestellt wird.

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