Jahresabschluss 2019

Zum Jahresabschluss möchten wir euch über den aktuellen Stand informieren und Falschmeldungen aus dem Weg räumen, denn heute haben wir auch ein trauriges Jubiläum zu „feiern“.

Vor genau einem Jahr haben wir, das Drugstore, unsere Schlüssel für die Haustür und die Türen zu den genutzten Räumen in der Potsdamer Straße 180 abgegeben.
Die Schlüssel gingen an den Jugendstadtrat des Bezirks Tempelhof-Schöneberg, der diese dann an den Eigentümer der Immobilie zurückgab.

Vielen ist nicht bekannt, dass unser Jugendzentrum nur Nutzer der Räumlichkeiten, aber kein Mieter war. Deshalb wurde uns 2015 auch kein Miet-, sondern ein Nutzungsvertrag gekündigt. Und damit waren uns auch die Hände gebunden, rechtlich dagegen vorzugehen.

Wir sind aus den Räumen ausgezogen, um eine mögliche Schadensersatzklage des Eigentümers oder auch des Bezirks gegen unseren Verein, dem ssb e.V., abzuwenden. Denn eine Klage hätte unseren Verein in den finanziellen Ruin getrieben und damit das Aus bedeutet. Der Verein beherbergt neben uns nämlich auch das komplette Tommyhaus und die Mansteinstr.. Also auch Wohnräume, die zu erhalten wichtiger ist, als je zuvor.

Seit einem Jahr kämpfen wir also im Exil um unseren Erhalt. Wir sind enorm viele Kompromisse eingegangen, um unser Angebot wenigstens bruchstückenhaft so anbieten zu können, wie wir es alle kennen und geliebt haben.

Es wurde dazu vermehrt in der Presse berichtet, dass für uns, das Drugstore, kurzfristige Lösungen gefunden wurden aber dem möchten wir widersprechen.
Es wurden Lösungen gefunden, um uns temporär(!) am Laufen zu halten, jedoch nichts, was auch nur ansatzweise die Möglichkeit bietet, unser Konzept der Selbstverwaltung auszuüben.

Die Räume in der Potsdamer Str. 134/136 wurden angemietet und sollten bis Ende diesen Jahres bezugsfertig sein. Jedoch nur für leise Nutzungen. Leider gab es nicht genügend Kapazitäten im Bauamt, weswegen die Räume erst im 2. Quartal 2020 fertig sein werden, laut Plan. Diese Räume werden dann von uns selbstverwaltet, sobald wir denn endlich einziehen dürfen.

Für laute Nutzungen jedoch, wurde uns angeboten, Räume im Musik&Frieden abendweise anzumieten, um Veranstaltungen und Konzerte stattfinden lassen zu können.
So nobel die Geste, so schwierig die Logistik. Komplettes Konzertequipment jeden Monat von Schöneberg nach Kreuzberg zu transportieren…naja.
Aber natürlich haben wir das Angebot angenommen, denn wir greifen nach jedem Strohhalm! Und wir werden 2020 dort auch Veranstaltungen stattfinden lassen! Uns wird also viel abverlangt.

Auch unsere Proberäume können in der Potsdamer Str. 134/136 nicht eingerichtet werden, weswegen wir Mittel bekommen haben, um fertig eingerichtete Räume in einem professionellen Musikstudio zu nutzen.
Also wieder eine stundenweise Nutzung von Räumen, statt eigener Flächen.

Wir sitzen keinesfalls still und hoffen, dass uns neue Räume über den Weg laufen! Schöneberg ist im Eimer, Berlin ist im Eimer und wir müssen laut werden und uns gegen Vermieter*innen und Eigentümer*innen wehren, denen nichts an gewachsenen Kultur- und Jugendstrukturen liegt, sondern die nur an ihrer eigenen Profitmaximierung interessiert sind!

Der Januar wird ein weiterer Kraftakt für uns alle.
Diverse Prozesse stehen an, um geliebte Kneipen, Kultureinrichtungen, Zentren und Häuser mit Räumungstiteln zu überschütten.
Darunter auch der Prozess der Potse Berlin, die seit einem Jahr ihre Schlüssel nicht abgeben haben und für Ersatzräume für unsere beiden Jugendzentren kämpft.

Kommt am 03.01 ins Schicksaal-Tommyhaus, um gemeinsam mit uns die Anti-Rep Kasse zu füllen!

Kommt am 08.01 um 9 Uhr zum Amtsgericht Tiergarten, in die Wilsnacker Str. 4, zur kritischen Prozessbegleitung für die Potse Berlin!

One struggle, one fight!

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