Pressemitteilung Drugstore & Potse 17.09.2020

++ Potze e.V. verliert erneut vor Gericht; Räumungsurteil weiterhin legitim ++

Am 14.09.2020 hat das Landgericht Berlin sich erneut mit dem Räumungsurteil des Potze e.V.s. befasst. Nachdem am 07.08.2020 das Gericht dem Räumungsurteil der Potse zugestimmt hat, wurde daraufhin per Einspruch versucht das Urteil und die damit verbundene Räumung des Jugendzentrums abzuwenden.

Dem Einspruch wurde nicht stattgegeben und das Räumungsurteil ist laut dem Landgericht Berlin rechtens.

Ob der Potze e.V. in Berufung geht ist momentan noch nicht bekannt.

Viel verheerender ist jedoch, dass trotz der Brisanz und dem langen Rechtsweg, das Bezirksamt und Jugendamt von Tempelhof-Schöneberg weiterhin an der Räumung festhalten.

Allen voran ihr Vertreter und Jugendstadtrat Oliver Schworck wird für die Berichterstattung zu diesem Prozess immer wieder für Interviews herangezogen.

So durften die Kollektive von Potse und Drugstore im Artikel der Berliner Zeitung vom 14.09.2020 (https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/die-potse-muss-raus-li.104976) folgende Aussagen lesen:

1. „Der Bezirk hat den Mietvertrag mit dem Eigentümer gekündigt“

Bisher wurde uns gesagt, dass der Eigentümer eigene Pläne mit dem Gebäude und den Räumen hatte, dieser deshalb die Miete immer weiter in die Höhe getrieben hat und als der Bezirk nicht mehr in der Lage war, mehr zu geben, wurde dem Bezirk der Mietvertrag gekündigt und unseren Jugendzentren (Drugstore & Potse) damit der Nutzungsvertrag.

Hätte der Bezirk weiter zahlen können, wenn der politische Wille da gewesen wäre?

2. „Für das Drugstore hat sich die Möglichkeit ergeben in Kreuzberg im Thomas-Weisbecker-Haus Räume für Angebote zu nutzen“

Diese Möglichkeit hat sich nicht ergeben, sondern es handelt sich hierbei um Räume des ssb e.V.s, in dem das Drugstore organisiert ist. Das sind keine Räume, die das Bezirksamt für das Drugstore gefunden hat. Das Thomas- Weisbecker-Haus bietet dem Drugstore lediglich die Möglichkeit an irgendeinem Punkt zusammen zu kommen, weil das Drugstore seit 2019 auf der Straße sitzt. Jede Nutzung des Veranstaltungssaals durch das Drugstore bedeutet Einbußen für den Verein, da das Drugstore, wie die Potse, keine Einnahmen während einer Veranstaltung macht.

Der ssb e.V.  ist kein Mittel des Bezirksamt um sich als erfolgreich in der Vermittlung von Räumung zu profilieren!

3. „Das Geld für die Umbaumaßnahmen in der Potsdamer Straße 134-136 fehlt“

Seit wann fehlt das Geld? Dem Drugstore wurde mitgeteilt, dass es in der „Abteilung Stadtentwicklung und Bauen“ Personalmangel gab, deshalb die Pläne nicht schnell genug geschrieben werden konnten und es deshalb zu Verzögerungen bei dem Bauvorhaben kam. Die Räume wurden Ende 2018 angemietet, dann sollte das Drugstore Mitte 2019 einziehen, dann Ende 2019, dann Anfang 2020, dann Mitte 2020. Mittlerweile ist das angesetzte Datum Anfang 2021 und es wird von seiten des Bezirksamts gehofft, dass die Räume bis dahin fertig sind.

Wir wollen keine Hoffnung, wir wollen Zusagen!

4. Der Betrieb der Potse besteht fast ausschließlich aus Partys und Konzerten

Der Betrieb beider Jugendzentren besteht zu gleichen Teilen aus leisen Angeboten (Workshops, Teeküchen, Plena, Siebdruckwerkstatt, etc.) und lauten Angeboten (Holzwerkstätten, Bandübungsräume, Konzerte, etc.). Die Potse auf den lauten Betrieb zu reduzieren und deshalb keine Räume für leise Nutzungen zu suchen, ist unerhört! Für beide Jugendzentren werden langfristig Räume gesucht, in denen beides möglich ist! Unsere Arbeit ist so wertvoll, weil sie so divers ist!

5. Der Potze e.V. habe erst kürzlich eine Liste an möglichen Objekten vorgelegt

Diese Liste wurde bisher nicht geprüft, weil es dafür keine Mitarbeiter*innen im Bezirksamt & Jugendamt gibt, die dafür Zeit haben, hieß es vom Jugendamtsdirektor. Auch wurde die Art & Weise bemängelt, da die Potse gar keine Vorschläge mehr einbringen dürfte, da die Frist verstrichen sei.

Wir hoffen inständig, dass der Jugendstadtrat seinen Worten Taten folgen und 2 Immobilien, die nutzbar scheinen (von 13 eingereichten Immobilien) schnell überprüfen lässt!

Auch wurde wieder das Haus der Jugend als mögliches Objekt genannt. Dieses Haus ist momentan nur als Idee existent. Auch hieß es 2018 noch aus der SPD heraus, dass die beiden Jugendzentren in der Planung gar nicht vorgesehen sind. Es ist ein ewiges Hin und Her.

Wir fordern ein für allemal zu 100% in die Planungen involviert zu werden!

Einzelne Politiker*innen versuchen seit Jahren Ersatzräume zu finden aber Scheitern immer wieder an dem Willen des Bezirks.

Das Drugstore wurde schon ohne Ersatzräume auf die Straße gesetzt, niemand sollte wollen, dass das gleiche mit der Potse passiert! Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg bereitet sich aber auf eine Räumung vor (Quelle: https://taz.de/Bedrohte-Freiraeume-in-Berlin/!5709693/). Es ist ein Skandal!

Wir fordern:

– das Finden einer kurzfristigen Lösung für die Potse!

– das Aussetzen der Räumung der Potse!

– die Fertigstellung der Potsdamer Straße 134-136 bis spätestens H1 2021!

– eine langfristige Lösung für beide Jugendzentren, wo alle Angabote wahrgenommen werden können!

Nehmt das Geld in die Hand! Die Jugend von Schöneberg und ganz Berlin wird es euch danken!

Die Pressesprecher*innen von Drugstore & Potse

Update zum Potse & Drugstore Festival 2020

Wir wollen nicht länger warten und haben euch etwas mitzuteilen.

Das diesjährige Potse-Drugstore-Festival….findet STATT!

Kaum zu glauben aber wahr!

Corona ist aber noch lange nicht vorbei deshalb kommt hier das große….

ABER:

– es wird Open Air stattfinden

– es gibt eine begrenzte Besucher*innenanzahl auf dem Gelände

– wir müssen Kontaktdaten erheben

– Maske auf beim Eier- äh Getränkekauf, Toilettengang und Einlass

– natürlich trotzdem coole Bands

– 13 -22 Uhr

– 2 Tage statt 3 Tage

Wir machen das Unmögliche möglich!

Nur der Knast hat mehr Regeln!

Wir sehen uns!

P.S.: das Poster-Design stammt von unserer lieben Laura. Checkt ihre Seite aus: https://www.instagram.com/laura_langstrumpf/