Bericht vom Gerichtsprozess 08.01.2020 Drugstore & Potse

Am 08.01.2020 um 09:00 Uhr wurde der Termin für den Räumungsprozess des Jugendamts Tempelhof-Schöneberg von Berlin gegen den Potze e.V. anberaumt.


Im Vorfeld des Prozesses haben sich die Jugendlichen und Unterstützer*innen der Potse und dem Drugstore vor dem Gerichtsgebäude in der Turmstr. 91 eingefunden und eine Kundgebung angemeldet.
Im Vorfeld wurde der Prozess vom Amtsgericht Tiergarten in den Hochsicherheitssaal des Kriminalgerichts in den Saal 500 verlegt. Über diese Verlegung wurden die Anwälte des Potze e.V.‘s nicht informiert, sondern haben darüber über die Presse erfahren. Auch die Verlegung in den Hochsicherheitssaal macht aus den Jugendlichen direkt Kriminelle, obwohl es um einen Prozess gegen Jugendliche und um eine Immobilie geht. Teilweise mussten kritische Prozessbegleiter*innen 2 Stunden warten, ehe sie in den Saal gelassen wurden. Auch mussten diese dann in einem unbeheizten, zugigen Treppenhaus verweilen, ohne Zugang zu Toiletten oder Wasser. Statt der 60 Plätze im vorherigen Saal gab es nur 30 Plätze, obwohl der Prozess als ein Prozess von öffentlichem Interesse angekündigt wurde. Damit wurde ein Teil der Öffentlichkeit bewusst ausgeschlossen.

Viel verheerender jedoch waren die enormen Sicherheitsauflagen, die neben dem Verbot diverser Gegenstände (wie etwa Kugelschreiber oder Mobiltelefone) auch Personen unter 16 Jahren den Zutritt verwehrten. Das wurde nicht nur von den anwesenden Unterstützer*innen kritisiert, sondern auch vom Anwalt der Potse, Lukas Theune. Aufgrund dessen reichte Herr Theune einen Befangenheitsantrag gegen den zuständigen Richter ein, da dieser diesen „Sicherheitsmaßnahmen“ zugestimmt hatte.
Ein erster Befangenheitsantrag wurde vom Richter abgelehnt, woraufhin der Anwalt des Potze e.V.‘s einen weiteren Befangenheitsantrag eingereichte.
Als dieser vom Richter missachtet wurde und er den Prozess fortführen wollte, sahen sich die Anwälte und die Vorstände gezwungen, den Saal zu verlassen. Wir sehen es nicht ein, dass wir im Vorfeld kriminalisiert werden und die Jugendlichen, die der Prozess betrifft, ausgeschlossen werden!

Bevor die Kundgebung anfing wurden unterschiedlichen Menschen schon Platzverweise unter Gewaltandrohungen erteilt, da sich angeblich keine*r vor dem Gerichtsgebäude sammeln dürfe bis die Kundgebung anfinge. Die Kundgebung, welche nicht vor dem Gericht, sondern auf der anderen Straßenseite stattfand, verlief nach den Platzverweisen bis zur Verkündigung der augenscheinlichen Vertagung friedlich, bis die Berliner Polizei aus vorgeschobenen Läutstärkebeschwerden den Generatorschlüssel rechtswidrig entwendete und damit der Kundgebung den Strom abdrehte. Es gab lautstarke Beschwerden, aber trotzdem Kraft und Mut sich diesen Repressionen in den Weg zu stellen! Es gab lautstarke Chöre, ein Acappela-Konzert von RO!m- & StrO!fahrzO!ge und leider auch weitere Repressionen. Der Versuch, eine spontane Demonstration anzumelden, schlug fehl, da die Berliner Polizei das verweigerte. Am Ende haben sich die Unterstützer*innen
in Zweiergruppen mit 3 m Abstand zueinander zusammen gefunden, um gemeinsam den Weg in den Schicksaal des Tommyhauses einzuschlagen. Das Schicksaal hatte sich nämlich dazu bereit erklärt, für alle Unterstützer*innen die Türen zu öffnen und die abgebrochene Kundgebung + Konzerte fortzuführen.

Wie der Prozess weitergeht wissen wir nicht. Wir hoffen, dass dem Antrag auf Befangenheit stattgegeben wird und wir eine*n neue*n Richter*in bekommen, die unsere Unterstützer*innen nicht kriminalisiert! Jugendarbeit hat nicht in einem Hochsicherheitssaal verhandelt zu werden!

Achtet auf Ankündigungen!

Eure Kollektivistix von Drugstore und Potse

Bild:
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Pressemitteilung 02.01.2020

Pressemitteilung 02.01.2020 SJZ Drugstore & Potse Berlin

Ein Jahr nach der geplatzten Schlüsselübergabe, steht der Gerichtsprozess zum Räumungsverfahren gegen das selbstverwaltete Jugendzentrum Potse an. Am 08. Januar 2020, wird um 9 Uhr im Kriminalgericht Wilsnacker Str. 4 Hochsicherheitssaal B129 darüber entschieden, wie es mit den von der Potse genutzten Räumlichkeiten in der Potsdamer Str. 180 weitergehen soll. Anlässlich der ungewissen Zukunft der Potse und der drohenden Räumung, haben einige Jugendliche während der letzten BVV am 11.12.2019 ihren Protest durch Transparente und Sprechchöre kundgetan. Der BVV-Vorstand Stefan Böltes sieht von einer Anzeige ab. Dennoch erhielten die Jugendlichen bereits nach 10 Tagen Anzeigen zu „schwerem Hausfriedensbruch“. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Unterstützer*innen der Potse kriminalisiert werden.

„Es ist bezeichnend, wenn in einer Stadt wie Berlin, der Prozess gegen ein Jugendzentrum in einem Hochsicherheitssaal verschoben wird, während Faschos, wie in Neukölln, ungestört wüten können.“ so Mona, eine Besucherin der Potse.

Der Drugstore hat noch keine bezugsfertigen Räume, obwohl diese bei der Schlüsselübergabe am 31.12.2018 bis spätestens Juli 2019 zugesichert wurden. Nun sollen die Räumlichkeiten der Potsdamer Str. 134-136 voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 fertiggestellt werden.
Eine Nutzung durch die Potse ist seitens des Bezirks nicht eingeplant. Neue Räumlichkeiten stehen für die Potse ebenfalls nicht in Aussicht. Für die Potse ist klar, dass sie ohne Ersatz die Potsdamer Str. 180 nicht verlassen können. Die notwendige Jugendarbeit im Schöneberger Norden würde sonst wegfallen. Die Potse ist weiterhin offen für Gespräche, die zu Ersatzräumen führen. Das der Bezirk darauf bis jetzt nicht eingegangen ist, zeigt auch die Ablehnung einer Mediation, welche im Sommer 2019 vom Landgericht Berlin vorgeschlagen wurde. Eine gewaltsame Räumung scheint für die Politik daher eher die Lösung zu sein, als sich auf zielführende Gespräche einzulassen.

Die Pressesprecher*innen von Drugstore und Potse
Pressemail: presse.drugstore.potse[ät]online.de

Jahresabschluss 2019

Zum Jahresabschluss möchten wir euch über den aktuellen Stand informieren und Falschmeldungen aus dem Weg räumen, denn heute haben wir auch ein trauriges Jubiläum zu „feiern“.

Vor genau einem Jahr haben wir, das Drugstore, unsere Schlüssel für die Haustür und die Türen zu den genutzten Räumen in der Potsdamer Straße 180 abgegeben.
Die Schlüssel gingen an den Jugendstadtrat des Bezirks Tempelhof-Schöneberg, der diese dann an den Eigentümer der Immobilie zurückgab.

Vielen ist nicht bekannt, dass unser Jugendzentrum nur Nutzer der Räumlichkeiten, aber kein Mieter war. Deshalb wurde uns 2015 auch kein Miet-, sondern ein Nutzungsvertrag gekündigt. Und damit waren uns auch die Hände gebunden, rechtlich dagegen vorzugehen.

Wir sind aus den Räumen ausgezogen, um eine mögliche Schadensersatzklage des Eigentümers oder auch des Bezirks gegen unseren Verein, dem ssb e.V., abzuwenden. Denn eine Klage hätte unseren Verein in den finanziellen Ruin getrieben und damit das Aus bedeutet. Der Verein beherbergt neben uns nämlich auch das komplette Tommyhaus und die Mansteinstr.. Also auch Wohnräume, die zu erhalten wichtiger ist, als je zuvor.

Seit einem Jahr kämpfen wir also im Exil um unseren Erhalt. Wir sind enorm viele Kompromisse eingegangen, um unser Angebot wenigstens bruchstückenhaft so anbieten zu können, wie wir es alle kennen und geliebt haben.

Es wurde dazu vermehrt in der Presse berichtet, dass für uns, das Drugstore, kurzfristige Lösungen gefunden wurden aber dem möchten wir widersprechen.
Es wurden Lösungen gefunden, um uns temporär(!) am Laufen zu halten, jedoch nichts, was auch nur ansatzweise die Möglichkeit bietet, unser Konzept der Selbstverwaltung auszuüben.

Die Räume in der Potsdamer Str. 134/136 wurden angemietet und sollten bis Ende diesen Jahres bezugsfertig sein. Jedoch nur für leise Nutzungen. Leider gab es nicht genügend Kapazitäten im Bauamt, weswegen die Räume erst im 2. Quartal 2020 fertig sein werden, laut Plan. Diese Räume werden dann von uns selbstverwaltet, sobald wir denn endlich einziehen dürfen.

Für laute Nutzungen jedoch, wurde uns angeboten, Räume im Musik&Frieden abendweise anzumieten, um Veranstaltungen und Konzerte stattfinden lassen zu können.
So nobel die Geste, so schwierig die Logistik. Komplettes Konzertequipment jeden Monat von Schöneberg nach Kreuzberg zu transportieren…naja.
Aber natürlich haben wir das Angebot angenommen, denn wir greifen nach jedem Strohhalm! Und wir werden 2020 dort auch Veranstaltungen stattfinden lassen! Uns wird also viel abverlangt.

Auch unsere Proberäume können in der Potsdamer Str. 134/136 nicht eingerichtet werden, weswegen wir Mittel bekommen haben, um fertig eingerichtete Räume in einem professionellen Musikstudio zu nutzen.
Also wieder eine stundenweise Nutzung von Räumen, statt eigener Flächen.

Wir sitzen keinesfalls still und hoffen, dass uns neue Räume über den Weg laufen! Schöneberg ist im Eimer, Berlin ist im Eimer und wir müssen laut werden und uns gegen Vermieter*innen und Eigentümer*innen wehren, denen nichts an gewachsenen Kultur- und Jugendstrukturen liegt, sondern die nur an ihrer eigenen Profitmaximierung interessiert sind!

Der Januar wird ein weiterer Kraftakt für uns alle.
Diverse Prozesse stehen an, um geliebte Kneipen, Kultureinrichtungen, Zentren und Häuser mit Räumungstiteln zu überschütten.
Darunter auch der Prozess der Potse Berlin, die seit einem Jahr ihre Schlüssel nicht abgeben haben und für Ersatzräume für unsere beiden Jugendzentren kämpft.

Kommt am 03.01 ins Schicksaal-Tommyhaus, um gemeinsam mit uns die Anti-Rep Kasse zu füllen!

Kommt am 08.01 um 9 Uhr zum Amtsgericht Tiergarten, in die Wilsnacker Str. 4, zur kritischen Prozessbegleitung für die Potse Berlin!

One struggle, one fight!

Aufruf zur Interkiezionale Demo am 2.11.2019

Die Potse ist mit dem Drugstore eins der ältesten, selbstverwalteten und autonomen Jugendzentren, die es in Berlin gibt. Am 31.12.2018 ist der Mietvertrag für beide Zentren ausgelaufen. Die Potse hat die Schlüsselübergabe an den Bezirk verweigert, das Drugstore musste die Räume verlassen, um den Trägerverein durch eine mögliche Klage nicht zu gefährden. Seit der Mietvertrag auslief, befinden sich Unterstützer*innen der Potse weiterhin in den Räumen der Potse und nutzen diese weiter. Jetzt ist die Potse akut räumungsbedroht, da uns ein Termin für einen Räumungsprozess zugestellt wurde. Dieser Gerichtstermin ist am 8.1.2020 und das nur wegen dem Versagen der Politik. Seit 2015 werden erfolglos adäquate Ersatzräume von dem Jugendstadtrat des Bezirks Tempelhof-Schöneberg Oliver Schworck (SPD) gesucht. Es wurden bisher keine Räume gefunden, in denen die beiden Jugendzentren ihre Konzerte, Proberäume, Caféveranstaltungen und viele weitere Workshops anbieten können. Lediglich für das Drugstore wurde eine vorübergehende Teillösung in der Potsdamer Str 134/36 gefunden, in denen das Kollektiv leise Veranstaltungen stattfinden lassen kann. Der Umbau wird jedoch erst Mitte 2020 fertig gestellt sein. Bis dahin sitzt das Drugstore auf der Straße. Der Potse wird die Kommunikation mit dem Jugend- und Bezirksamt verweigert, solange sie sich in den Räumen aufhalten. Jetzt, da sich wahrscheinlich keine friedliche Lösung finden lassen wird, will der Jugendstadtrat Oliver Schworck die Potse räumen lassen. Deswegen müssen wir jetzt auf die Straße, und zwar nicht alleine.!

In ganz Berlin werden unterschiedlichste selbstverwaltete, emanzipatorische und antifaschistische Projekte für die Interessen von Investor*innen verdrängt. Sei es das queerfeministische Hausprojekt Liebig 34, dessen Rechte von dem Immobilien-Entwickler Padovicz weggenommen wurden, der Köpi, welche schon wieder auf dem Spekulationsmarkt ist, die Meuterei, welcher angeboten wurde, ihre Räume für €650,000 zurück zu kaufen, das Syndikat, welches schon vor der Demo seinen Gerichtstermin hatte, oder der Sabot Garten, der entschlossen ist, ohne Räume durch den kalten Winter hindurch gegen Gentrifizierung in der Rummelsburger Bucht zu kämpfen – wir stehen zusammen!

Wir stehen alle vor dem gleichen Kampf, also seid mit uns solidarisch, kommt zur Interkiezionalen Demo am 2.11! Es gibt drei Startpunkte: einen vor der Köpi, einen vor der Infowand (Weise- / Herrfurthstr.)/ Nähe Syndikat und einen am Lausitzer Platz, alle um 17 Uhr. Alle Demos treffen sich dann am Schlesischen Tor, von wo aus wir gemeinsam nach Friedrichshain ziehen werden.

Wir solidarisieren uns außerdem mit dem Aufruf von Riseup4Rojava und WomenDefendRojava, die am gleichen Tag zum globalen Widerstand gegen den türkischen Angriffskrieg aufgerufen haben – 12 Uhr Alexanderplatz!

Tagebuch No. 7

Nach etwas längerer Pause gibt’s nun auch wieder einen Tagebucheintrag von uns. In der Zwischenzeit haben wir uns alle von unserem Festival im September erholt – an dieser Stelle nochmal ein riesiges Dankeschön an alle, die uns dabei auf unterschiedlichsten Wegen unterstützt haben oder einfach nur da waren und mit uns gefeiert haben!

Der September war auch sonst super ereignisreich, zwei Wochen nach unserem Festival, vom 25. bis 29.09., fanden die TuMalWat-Tage in Berlin statt. Häuser und andere Flächen wurden besetzt, Aktionen gestartet und wir haben ’ne Demo organisiert. Das war super, danke an alle Aktivistis, die Aktionen gestartet oder an ihnen teilgenommen haben.
Die Polizei hat sich mal wieder als Handlangerin von Investmentfirmen und Grundstückseigentümerinnen gezeigt, Menschen aus besetzten Häusern und Bäumen geräumt und auch auf unserer Demo eine Person festgenommen. Unterstützt die Menschen bei ihren Repressions-Kosten durch Spenden, wenn ihr könnt, oder durch Solipartys wie z.B. letzten Freitag in der Liebig34.
Und auch wenn die Aktionstage rum sind, bleibt das Motto so aktuell wie lange nicht mehr: Tut Mal Wat!

Auch im Oktober ist bereits einiges passiert: Das Drugstore hat seine erste Veranstaltung im Musik und Frieden organisiert, der Laden war voll und die Party super. Trotzdem fehlt dem MuF der Drugstore-Muff und uns fehlt weiterhin ein langfristiger Ort, an dem wir komplett autonom unsere Veranstaltungen schmeißen können!
In der Potse gab’s am 12.10. mal wieder ein Konzert, diesmal mit der Band E-Aldi, die in Berlin zu Besuch waren.
Das in die Rote Insel (Mansteinstraße) ausgelagerte Siebdrucklabor des Drugstores wurde auch diesen Monat intensiv genutzt, immer wieder entstehen neue Ideen für Patches, T-Shirt-Motive und vieles mehr.
Und inzwischen haben auch die Zirkus-Zecken, die sich jeden Montag treffen, einen Ort für die kalten Monate gefunden. Wenn ihr Lust habt, mitzumachen, kommt montags um 18 Uhr zum Supamolly!

Doch jetzt zu weniger schönen Neuigkeiten: Bisher sind wir davon ausgegangen, dass das Drugstore-Kollektiv noch in diesem Jahr mit dem Umzug in die Räume in der Potsdamer Str. 134-36 starten kann. Diese Woche durften wir jedoch erfahren, dass die Schadstoffsanierung dort immer noch nicht abgeschlossen ist – da hat uns die Hausverwaltung beim Gespräch vor einigen Monaten wohl falsch informiert? Zugesichert wurde uns nun, dass die Räume ab dem zweiten Quartal 2020, also frühestens ab April, bezugsfertig sein sollen. Wo bis dahin die für den Bezirk unverzichtbare selbstverwaltete Jugendarbeit stattfinden soll, darauf gab’s keine Antwort. Schönen Dank auch.

Langsam rücken die Gerichtstermine näher, an denen über die Räumungsklagen gegen das Syndikat, die Liebig34 und die Potse entschieden werden sollen. Letzte Woche Montag wurde die Gruppe DieselA von ihrem Wagenplatz geräumt und auch der Sabot Garden hat zur Zeit mit vermehrter Polizeipräsenz und damit dauernder Räumungsgefahr zu kämpfen.
Wir haben keinen Bock auf weitere Räumungen! Deshalb rufen wir zur kämpferischen interkiezionalen Demonstration am 02.11. auf! Die Häuser, Wohnungen, Läden, Plätze und Straßen denen, die sie brauchen! Startpunkte sind vor der Køpi, vorm Syndikat und auf dem Lausitzer Platz, jeweils um 17 Uhr. Haltet Augen und Ohren nach weiteren Terminen und Aktionen offen.

Eure Kollektive von Drugstore und Potse

Call for Solidarity

– english below-Wir brauchen eure Unterstützung!
Am 08.01.2020 ist das Räumungsverfahren der Potse. Wirkliche Lösungen gibt es aber von Seiten der Stadt und dem Bezirk weiterhin nicht.
Dies bedeutet, dass es auf eine gewaltsame Räumung hinauslaufen wird.
Um mehr Menschen auf unsere Situation aufmerksam zu machen und den Druck auf die Politik zu erhöhen, rufen wir auf sich am Samstag, den 28.09., an der Demonstration „Drugstore und Potse erhalten – Eine Stadt für Alle!“ um 12 Uhr vor der Potsdamer Str. 180 zu beteiligen. Aber damit viele Menschen zu der Demonstration kommen, brauchen wir die praktische Solidarität von Einzelpersonen, Gruppen, Bands und Kollektiven.
Die Demonstration wurde erst mal von der Polizei nicht genehmigt. Nach einer Routenänderung hat die Polizei dennoch weiterhin den Auftaktort vor der Potsdamer Straße 180 verboten. Diesen mussten wir mit unserem Anwalt vor der Versammlungsbehörde durchsetzen.
Macht auf die Demonstration aufmerksam, redet mit Menschen über unsere Situation, schreibt eigene Aufrufe, mobilisiert mit Plakaten und Flyern. Nehmt Mobivideos auf oder mobilisiert kreativ für die Demo und die TuMalWat Aktionstage.
Plakate für die Demo liegen in den Buchläden Schwarze Risse am Mehringdamm, Schwankende Weltkugel in der Kastanienallee, sowie in der Potse und im Tommy-Weisbecker-Haus (zu Bürozeiten und auf Anfrage) aus.

Demonstration Drugstore und Potse erhalten – Eine Stadt für Alle!
Samstag, 28.09.2019 Potsdamer Str. 180, 12 Uhr
Kämpfen wir gemeinsam für eine Stadt für Alle!

Drugstore, Syndikat, Meuterei, Liebig 34, Potse, Rigaer94, Rummelsburger Bucht, DieselA bleiben.

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We need your support!
The 08th of January 2020 is the evacuation procedure of the Potse. However, the city and district haven’t found any actual alternative spaces.
This means that the eviction will be violent.
To draw more people’s attention to our situation and to increase the pressure on politics, we call for participation in the demonstration „Drugstore and Potse should stay- A City for All!“ on Saturday, the 28th of September at 12 o’clock in front of Potsdamer Str 180. But to maximise participation, we need the practical solidarity of individuals, groups, bands and collectives.
Initially the demonstration was not approved by the police. After the route was changed, the police still banned the launch site in front of Potsdamer Straße 180. We had to stand before the assembly authority with our lawyer to get permission.

Try to draw attention to the demonstration, talk to people about our situation, write your own calls for solidarity, mobilize people with posters and flyers. Create mobilization videos or mobilize in your own creative way for the protest and the TuMalWat action days.
You can find posters for the demonstration in the bookstores “Schwarze Risse” at Mehringdamm, “Schwankende Weltkugel” at Kastanienallee, as well as in the Potse and the Tommy Weisbecker Haus (during open office hours and on request).

Demonstration „Drugstore and Potse should stay- A City for All!“
Saturday, 28th of September 2019, Potsdamer Str. 180, 12 o’clock
Let us fight together for a city for all!
Drugstore, Syndikat, Meuterei, Liebig 34, Potse, Rigaer94, Rummelsburger Bucht, DieselA are staying!

Pressemitteilung Drugstore & Potse 15.08.2019

+++Termin für Räumungsverfahren der Potse steht+++

+++Großdemo Ende September+++

Am 08.01.2020 soll vor dem Landgericht die Räumung von dem selbstverwalteten Jugendzentrum Potse verhandelt werden. Die Potse hat seit Anfang dieses Jahres ihre Schlüssel für die Räume in der Potsdamer Str. 180 nicht abgegeben und nutzt diese Räume weiterhin für notwendige Jugendarbeit im Schöneberger Norden.

Das Drugstore konnte die bereits unterzeichneten Räume in der Potsdamer Straße 134/136 bisweilen immer noch nicht nutzen, geschweige denn betreten. Die Umbauarbeiten haben immer noch nicht begonnen, womit ein Einzug im Jahr 2019 unmöglich scheint und das Kollektiv, trotz Versprechungen seitens der Politik, weiterhin auf der Straße sitzt.

Wie sich jetzt herausstellt sind in dem Jugendhaushalt für die Jahre 2020 und 2021 keine Mittel für die Potse, sowie für laute Nutzungen des Drugstores eingeplant. Auch sieht der Jugendstadtrat Oliver Schwork (SPD) keine Lösung für die Potse (Taz 09.07.19) und sehnt sich den Räumungsbescheid herbei (Berliner Woche 13.06.19).

Die Politik versucht die Situation auszusitzen und hofft auf eine gewaltsame Lösung, um von ihrer Unfähigkeit abzulenken, Räume für Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen!“, sagt Isabel, eine jugendliche Besucherin der Potse.

Für das Kollektiv der Potse ist es klar, dass sie die Räume in der Potsdamer Straße 180 solange weiter nutzen, bis es für Drugstore und Potse ausreichend Räume für alle Nutzungen gibt, die die Kollektive in den Jahrzehnten an Jugendarbeit entwickelt und ausgebaut haben.

Um auf die Situation von Drugstore und Potse aufmerksam zu machen, sowie für eine Stadt für Alle zu kämpfen, rufen die beiden Kollektive zu einer Demonstration auf. Am 28.09.2019 um 12 Uhr sollen alle zur Potsdamer Straße 180 kommen und sich an der Großdemonstration unter dem Motto: ‚Drugstore und Potse erhalten – Eine Stadt für Alle!‘ beteiligen. Die Demonstration wird im Rahmen der ‚Tu mal wat‘ Aktionstage stattfinden.

Pressekontakt:

presse.drugstore.potse[at]online.de

Pressehandy 1: 01632462650

Pressehandy 2: 015750939824

Potse & DruGstOre TagebUcH #3

Unsere letzte Woche war verhältnismäßig ruhig.
Das Drugstore-Kollektiv saß zu einem Gespräch mit Vertreter*innen des Bezirks- und Jugendamts zusammen, bei dem unter anderem über die vor zwei Wochen besichtigten Proberäume gesprochen wurde. Eventuell ist da was in Aussicht, sodass die Bands, die früher mehrmals die Woche im Drugstore spielen konnten, nach sieben Monaten bald mal wieder einen Platz zum Proben hätten! Das wäre doch mal was.

Außerdem war das Kollektiv vom Drugstore übers Wochenende zu Besuch bei einem ehemaligen Vereinsprojekt in Wernsdorf. Wir hatten ’ne schöne Zeit mit haufenweise gutem Essen, super Wetter und ’nem See in der Nähe.

In der Zwischenzeit laufen fleißig die Vorbereitungen für den Drugstore-Potse-Infostand auf dem Resist To Exist Festival 2019 (Vol. XVI)! Da der Orga vom Resist bis zur letzten Minute immer wieder Steine in den Weg geworfen wurden, findet das Ganze dieses Jahr im ORWOhaus statt. Alle hin da! An unserem Stand erwartet euch ein ähnliches Angebot wie in den paar Jahren zuvor, also kommt auch da gerne rum, wir freuen uns.

Wo wir schon bei Festivals sind: Auch die Vorbereitungen fürs diesjährige Potse-Drugstore-Festival laufen auf Hochtouren. Streicht euch den 12. bis 14. September schon mal im Kalender an, das wird krass. Und wenn ihr interessiert seid, an der Orga mitzuwirken, kommt nächsten Mittwoch (07.08.) um 18 Uhr zum Festivalplenum ins Schicksaal (Tommyhaus, Wilhelmstr. 9).

Nächsten Montag steht außerdem mal wieder das Unterstützer*innen-Plenum an. Statt findet das wie gewohnt im Zwei-Wochen-Takt, wir sehen uns um 18 Uhr in der Potse Berlin.

Und zum Schluss noch ein Hinweis an Menschen, die an unseren öffentlichen Plena interessiert sind: Das öffentliche Potse-Plenum findet nächste Woche am 06.08. nicht statt. Der Drugstore pleniert jedoch wie jeden Dienstag um 18 Uhr im P12 in Schöneberg (Pallasstr. 12, 10781 Berlin).

Die Äcker und Konzerträume denen die darauf und darin tanzen!

Eure Drugstore & Potse Kollektive

POtse & DruGstOre TAgebUcH #2:

Neue Woche, neuer Bericht, los geht’s!

POtse & DruGstOre TAgebUcH #2:

Der letzte Freitag wartete direkt mit einer schlechten Nachricht auf, denn die Potse musste ihre Piratenpoolparty ausfallen lassen! Grund dafür und ein bekanntes Phänomen: Mitarbeiter*innenmangel, Festivalzeit, Sommerloch, aber das ist ja auch bald vorbei. Ein neuer Termin kommt, versprochen!

Trotz Sommerloch gibt es aber noch motivierte Kollektivisti, die der Hitze die Stirn bieten und weiter fröhlich das Katerkino veranstalten. Wer also sonntags generell lieber rumhängen will, warum dann nicht auch bei einem günstigen und kalten Getränk + Klimaanlage? Als netter Vorschlag!

Ihr habt sicherlich mitbekommen, dass das Resist to Exist auf der Kippe steht. Unser aller geliebtes Punk and more Festival in der Nähe von Berlin. Leider haben sie vor dem Gericht verloren und versuchen in nächster Instanz das Ruder doch noch herum zu reißen. Resist bleibt und wir werden auch da sein! Die ein oder andere Überraschung werden wir dann auch im Gepäck haben.

Achso, das Potse-Klo geht wieder! War verstopft aber jetzt ist alles cool.

Und auch diese Woche gibt es News zu ErsatzrO!men: wir haben uns einen Konzertraum angeguckt! Alles etwas ungewöhnlich und nach all den Monaten auch surreal. Wir sind gespannt, wie sich das entwickelt. Zugesagt ist aber noch nichts, verraten können wir auch noch nichts, also Augen und Ohren offen halten!

Das Drugstore hat sich auch endlich mit der Gewobag getroffen, die die Vermieter*innen der Potsdamer Str. 134/136 sind. Jetzt sind wir zumindest im Bilde, was die sich von uns vorstellen, was erwartet wird und so weiter. Die Schadstoffsanierung der Räume ist ebenfalls abgeschlossen aber die Umbauten…nunja. Zumindest das Bezirks- und Jugendamt ist optimistisch, dass der Einzug noch dieses Jahr klappt. Wir würden uns ja schon über einen Raum zum Plenieren freuen, nur mal so. 🤷‍♀️

Achso, ja, Sommerloch: das nächste Unterstützer*innenplenum findet am 05.08.2019 in der Potse statt. Dort erfahrt ihr, wie ihr beide Kollektive unterstützen könnt – kommt rum!

Der Kampf geht weiter, auch bei Hitze, Wind und Wetter.
In diesem Sinne: Eistee und Kühlpacks den Hütten, kaputte Ventilatoren den Palästen!

Eure Drugstore & Potse Berlin Kollektive

P.S.: Haben wir da etwas von einer Großdemo Ende September gehört…?

POtse & DruGstOre TAgebUcH #1:

Mal wieder war es eine längere Zeit ruhiger um uns bestellt.
Die Arbeit im Exil ist keine einfache und nicht nur wir können davon ein Lied singen. Wir haben aber gemerkt, dass Unterstützer*innen und Besucher*innen weiterhin großes Interesse haben mehr zu erfahren, was so abgeht.

Deshalb:
An alle die wissen wollen, was uns (Drugstore & Potse Berlin) die letzte Woche (Donnerstag – Donnerstag) so beschäftigt hat, kommt jetzt offen, ehrlich und dreckig unser erster öffentlicher Tagebucheintrag!

POtse & DruGstOre TAgebUcH #1:

– Letzten Donnerstag fand vor der Potse ein Fotoshooting für die grandiose Fotoausstellung „One Struggle One Fight“ statt. So könnt ihr auch heute an dem Blitzlichtgewitter teilnehmen: bunt, vermummt und kreativ ab 18h vor der Potse.

– ‚Ne Stunde früher findet (heute um 17h) am Ku’Damm 177 eine Solikundgebung für das Syndikat statt, um den Vollpfostenvestor*innen von *Pears Global* klar zu machen, was wir von ihnen halten! Dann um 18:30 geht es direkt vor dem Syndikat weiter, Weisestr. 56 (wir halten auch einen Redebeitrag!)

– Aus Solidarität zum Syndi wird auch der heutige Punkrocktresen in der Potse später beginnen, nämlich erst nach allen Kundgebungen und erst ab 22h.

-Achtung Scheiß(!)nachricht: Das letzte PotseKlo ist kaputt!!! Wir bemühen uns dies bis Donnerstag wieder fit zu machen, ansonsten werden wir unsere Fäkalien halt in Eimern sammeln…

– Das Drugstore hat sich Proberäume angeschaut! Zwischen Tempelhof und Neukölln haben wir schöne aber teure Proberäume besichtigt. Leider kein wirklicher Ersatz zu unseren gestohlenen Proberäumen im Drugstore, aber wir halten Augen und Ohren offen.

– Morgen schon findet im Saal im Tommyhaus unser Casinoabend / Drugstore im Exil statt, mit lustigen Spielchen und mit tollen Preisen haben wir euch etwas vorbereitet!

-Dolle beschäftigt uns in den letzten Wochen auch die geplante Sea-Watch Soli Party im Tommyhaus mit Infoständen, veganem Kuchenbazar, Solicocktails, Soligrill, Flohmarkt und jede Menge Punkrock&mehr auf die Öhrchen! Also alle Terminkalender uff und den 09.-10. August notieren!

– Der Kampf um adäkwaate ErsatzrOime geht in die nächste Runde, denn vom 16.-18. August werden wir zusammen mit Let’s get United an 3 Tagen den Schöneberger *Bunker* einfordern!
Hier: Rückt den Bunker raus! Neue Räume für Potse und Drugstore!
Mit Punk, Tekkno, einem jäzzigem D.I.Y. Flohmarkt und mehr werden wir laut sein, unsere Petition übergeben und ein weiteres mal klar machen, dass wir uns nicht mit nur einem Stück vom Kuchen zufrieden geben!

– Wir sind auch auf der Suche nach Unterstützung, um das diesjährige Potse/Drugstore-FestiVal auf die Beine zu stellen. Wie letzten Mittwoch treffen wir uns auch nächsten Mittwoch (24.07) im Schicksaal zum Festivalplenum.

– In der Potse hängt für euch jetzt auch ein KummerKasten (aKa. Kotz Kissen), wo ihr anonym Anregungen, Kritik und Kummer aller Art loswerden könnt.

– & zum Schluss laden wir euch wie jeden Montag herzlichst zum ZeckenZirkus ein. Auch diese Woche wurde viel jongliert, gelernt, geübt, gelacht und angezündet.

In diesem Sinne: Feuer und Flamme der Gentrifrittierung! Eure Drugstore & Potse Kollektive