Vorletzte BVV am 15.11.2017 vorm Jahresende und dem Ablauf der Verträge

Die Bezirksverordnetenversammlung lädt wieder zu einem pseudodemokratischen Schauspiel im Rathaus Schöneberg ein.
Dieses Mal haben wir uns eine feierliche Überraschung überlegt um den grauen Charakter dieser Veranstaltung bunter zu gestalten…

Kommt zahlreich und geht mit uns in die nächste Runde wenn wir für den Erhalt selbstverwalteter Projekte alles geben.

Gleichzeitig kann mensch dabei die Tempelhof-Schöneberger AfD ärgern.

Wann? 16:45

Wo? Rathaus Schöneberg, John-F.-Kennedy-Platz, 10825 Berlin

Anarchismus zur Einführung am 12.10.2017 ab 19 Uhr

« Immer geschmäht, verflucht – verstanden nie // Bist du das Schreckbild dieser Zeit geworden… » klagte der Schriftsteller John Henry Mackay in seinem Gedicht Anarchie bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert. Über 100 Jahre später sehen sich Anarchist*innen immer noch mit den klassischen Klischees, dass sie weltfremde Spinner*innen, ruchlose Gewalttäter*innen oder einfach nur Chaot*innen sind, konfrontiert. Im Gegensatz zur Queer-Szene, die einen negativ konnotierten Begriff als positive Selbstbezeichnung etablieren konnte, ist es den Anarchist*innen bis heute nicht gelungen, den provokant von Pierre-Joseph Proudhon als Selbstbezeichnung genutzten Begriff dauerhaft in der Gesellschaft mit anderen Inhalten in der öffentlichen Meinung zu etablieren. Dennoch hat der Anarchismus in der Geschichte und Kultur seine Spuren hinterlassen und ist auch heute noch lebendig.

Der Vortrag führt sowohl in die Geschichte und Philosophie des Anarchismus ein als auch in die Gegenwart der Bewegung. Der Referent Maurice Schuhmann ist studierter Politikwissenschaftler und langjähriger Aktivist. (Es handelt sich um eine gemeinsame Veranstaltung vom A-Laden und der Gustav Landauer Denkmalinitiative)

Eintritt ist wie immer frei.

 

Ausgang der letzten BVV und Neuigkeiten zur Potsdamer Straße 180

Der Bezirk bewilligt weitere Mittel im Haushaltsplan für 2018/19, um die erhöhte Miete zu stemmen.
Die Vertragsverhandlungen mit dem Eigentümer der Potsdamer Straße 180-182 laufen weiterhin und haben bisher kein Ergebnis hervorgebracht. Dementsprechend ist ein weiterer Verbleib, für vielleicht auch nur 2 Jahre, weiterhin nicht absehbar.
“ Insbesondere an drei Investitionen scheiden sich die Geister in der BVV. Da sind die Punker-Freizeiteinrichtungen „Potse“ und „Drugstore“, für deren einstweiliges Weiterbestehen in der Potsdamer Straße der Bezirk noch einmal 100 000 Euro drauflegt. Während eine Vertreterin der Linken meint, „Potse“ und Drugstore“ seien jeden Cent wert, weil sie antifaschistische und antirassistische Arbeit leisteten, fordert die AfD, die Finanzierung einzustellen. Die Punker-Einrichtungen hätten „klar extremistische Tendenzen“. „
In naher Zukunft sollen Drugstore und Potse dann aber wohl dennoch einem Hostel bzw. Coworking/Coliving Space weichen.
„In Berlin plant rent24 nun, in der Potsdamer Straße 180-182 in Berlin-Schöneberg, nahe des ersten Coworkingstandorts, demnächst mit dem ersten Colivingangebot zu starten. Geplant sind ein Business-Hostel mit 204 Betten und Mikroapartments“
Überteuerte Mikroapartments und schnöder Einheitsbrei statt antifaschistische Jugendarbeit und bunte, laute Subkultur?
Nicht mit uns! Wir bleiben hier!

Kundgebung am 27.09.2017: Zukunft von Drugstore und Potse

Kundgebung für den Erhalt der selbstverwalteten Jugendzentren Drugstore und Potse!

In der Bezirksverordnetenversammlung am 27.09. wird im Rathaus Schöneberg über die Zukunft von Potse & Drugstore entschieden!
Konnten sich der Bezirk und der Eigentümer auf ein Angebot einigen?
Wird die Miete gezahlt?
Diese Fragen müssen jetzt beantwortet werden!

Kommt alle vorbei!
Laut sein, Kickern, Siebdrucken, Table Top AG, KreAktives Basteln und Proberaum auf der Straße!

Wann? 27.09.2017, 16 Uhr

Wo? Rathaus Schöneberg, John-F.-Kennedy Platz, 10820 Berlin

Aufruf zur Demonstration: Wem gehört die Stadt? am 09.09.2017

Aufruf von Zwangsräumung verhindern:
http://berlin.zwangsraeumungverhindern.org/2017/08/30/sa-9-9-o-platz-demo-gegen-steigende-mieten-und-zwangsraeumungen/

★ Wem gehört die Stadt? ★
Solidarisch gegen hohe Mieten & Zwangsräumungen!
★ Für die Stadt von unten! ★

„…und die Stadt gehört euch.“, „Berlin bleibt bezahlbar“, diese und andere leere Phrasen bestimmten das Stadtbild Berlins vor einem Jahr. Spätestens seit der brutalen Zwangsräumung des Kiezladens und sozialen Zentrums Friedel54 am 29. Juni 2017 ist klar, dass diese Stadt denen gehören soll, die am meisten bezahlen. Dass dafür Menschen auf die Straße geworfen, schleichend verdrängt, gekündigt, kriminalisiert und verprügelt werden, ist auch unter Rot-Rot-Grün Alltag . Es geht schließlich ums Prinzip. Das „Prinzip Eigentum“ zu schützen um es für die Eigentümer*innen verwertbar zu machen. Dafür scheint auch die neue Koalition im Senat der Garant sein zu wollen. Dass mit den Ausgaben für die Polizeieinsätzen zur Teilräumung der von Geflüchteten besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule und der des Kiezladens F54 ganze Häuser gekauft und Jahresmieten hätten beglichen werden können, unterstreicht noch einmal, wie sehr dieses Prinzip des Eigentums hohe Kosten und Gewalt beinhaltet. Ziel ist es Nachahmer*innen abzuschrecken und Investor*innen anzulocken. Wir denken nicht, dass ein Kreuzchen bei der Bundestagswahl hieran etwas ändert.

Die Frage „Wem gehört die Stadt?“ kann also nur praktisch beantwortet werden. Nicht vor Gericht, in Parlamenten oder in Hinterzimmern. Sie wird auf den Straßen und Plätzen dieser Stadt beantwortet. Ebenso in den belebten Häusern, deren Fluren und Höfen. In der Bahn, im Bus und der Tram, wenn Securities und Kontrolleure eine*n von uns wegen Fahren ohne Ticket nerven. Sie wird beantwortet, wo Menschen sich zusammentun um sich gegen die Verwertung ihres Lebensraums zu stellen und dafür zu kämpfen selbstbestimmt zu leben. Die Antwort ist unser Handeln, das nicht bloß aus der Erkenntnis erwächst, dass die Herrschenden kein Interesse daran haben für unsere Bedürfnisse einzustehen, sondern aus der Überzeugung, dass wir das ohnehin besser können.

Aus dieser Überzeugung erwachsen ganz unterschiedliche Formen des Widerstands. Sei es die momentane Besetzung wohnungsloser Kids und Aktivist*innen der ehemaligen Teppichfabrik in Berlin-Stralau oder die Organisierung einer ganzen Hausgemeinschaft in der Zossenerstraße 18, die die Kreuzberger Bezirksregierung drängte das Vorkaufsrecht auszuüben. Sei es der Protest der Jugendlichen in den Jugendzentren Potse & Drugstore (Schöneberg) gegen ihre Verdrängung oder die Besetzung der ‘Senior*innenfreizeitstätte Stille Straße’ (Pankow) durch Rentner*innen. Vielfältig ist der Protest gegen Verdrängung schon jetzt. In der Utopie einer Stadt von unten soll dieser Vielfalt Rechnung getragen werden, indem die Bedürfnisse der Einzelnen, anstatt Renditeinteressen Weniger der Maßstab für erfolgreiche Stadtpolitik sind.

Am 8. September gibt es deshalb einen bundesweiten und dezentralen Aktionstag der Kampagne “Mietenwahnsinn stoppen”.
Und am 9. September wollen wir gemeinsam mit Euch auf die Straße gehen und die Frage „Wem gehört die Stadt?“ praktisch beantworten. Kommt mit uns auf die Straße! Seid an beiden Tagen wütend, laut, kreativ und rebellisch!

★Für ein Bleiberecht aller Neuberliner*innen, für die Legalisierung von Besetzungen leerstehender Gebäude, für ein Zwangsräumungs-Moratorium und ein Recht auf Wohnen.
★Gegen ungewollte Modernisierungen, Rassismus auf dem Mietenmarkt, strukturelle Verdrängung und die Kriminalisierung solidarischer Nachbarschaften.

Wann? 14 Uhr

Wo? Oranienplatz, Kreuzberg

Artikel in der Berliner Woche vom 30.08.2017

http://www.berliner-woche.de/schoeneberg/soziales/zahlt-bezirk-hoehere-miete-fuer-potse-und-drugstore-oder-findet-er-alternativstandort-d131639.html

 

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: der jetzige Eigentümer kann sich eine Weitervermietung unserer Räumlichkeiten nur bei einer Mieterhöhung von 70% vorstellen.
Durch Kürzungen an allen Stellen wird es also fast unmöglich sein, diese erhöhte Miete zu stemmen.

Der Mietvertrag läuft weiterhin bis zum Ende des Jahres aus.
Über unsere Zukunft wird bei der nächsten Bezirksverordnetenversammlung nach der Sommerpause entschieden.

Wir könne nichts dafür, dass das gebäude aus öffentlicher Hand in private gegeben wurde, aber wir dürfen es jetzt ausbaden. Die Poltiker*innen sehen sich nicht in der Pflicht, die Fehler von damals auszubügeln.

Unsere Arbeit und die Arbeit vieler weiterer Jugendeinrichtung muss gesichert werden!
Wir tragen unseren Unmut am 06.09 vors Rote Rathaus, um für eine langfristige Sicherung von Jugendarbeit auf Senatsebene zu demonstrieren! Ab 16 Uhr gibt es Redebeiträge diverser Einrichtungen und Live-Musik.
Kommt vorbei!
Hier der Link zur Veranstaltung:
https://www.facebook.com/events/892826617531155/

Pressemitteilung vom 28.08.2017

Uns geht das Klopapier aus! Die Mietverträge werden nicht verlängert! Wir gehen auf die Straße!

Seit 1972 organisieren wir uns selbstverwaltet, ehrenamtlich und leisten seitdem unersetzliche Jugendarbeit im Bezirk und in der Stadt. Am Anfang des Jahres hat das Jugendamt Tempelhof-Schöneberg uns Jugendlichen den Geldhahn abgedreht und wir mussten schon Rechnungen für Putzmittel und Klopapier vom eigenen Taschengeld begleichen.

Mit achtmonatiger Verspätung erhielten wir endlich einen neuen Leistungsvertrag vom Jugendamt, an den unsere Finanzierung geknüpft ist, der uns eigentlich Ende 2016 schon hätte vorliegen sollen. Dieser wurde allerdings unabgesprochen mit neuen Klauseln versehen, die von uns Jugendlichen zusätzliche Arbeit erfordern, und wir fühlen uns aus akuter Geldnot massiv genötigt, dies einfach hinzunehmen, um unser Angebot weiter aufrecht erhalten zu können.

 

Nicht nur das: Ende des Jahres laufen zusätzlich wieder unsere Mietverträge aus und da selbst die Bezirkspolitik eingesehen hat, dass es keine Ersatzobjekte für uns gibt, sieht es für die Jugendarbeit im Kiez düster aus. Wir wissen nicht, wie es weitergeht, denn es fehlt an Kommunikation seitens des Bezirksamtes und des Bezirksstadtrats. Diese stehen wohl in Verhandlung mit dem Eigentümer, beziehen uns aber nicht ein und geben selbst auf Nachfrage kaum Informationen preis. Über Dritte mussten wir gerüchteweise erfahren, dass unsere Etage für ein Hostel freigeräumt werden soll.

 

In Zeiten, in denen Rassismus inmitten der Gesellschaft, unter anderem durch das Auftreten der AfD so selbstverständlich zur Schau gestellt wird, sind Freiräume für Toleranz und kulturelle Vielfalt unabdingbar. „Wenn diese Räume schließen wäre das ein fatales Signal für den sozialen Frieden in Schöneberg“, so der Anwohner Michael Weber.

Nur durch professionelle, bunte, solidarische und kulturübergreifende Jugendarbeit können wir gesellschaftliche Auswüchse wie PEGIDA und andere rassistische Strömungen bearbeiten und Jugendlichen helfen, eine Gesellschaft zu schaffen, in der Menschen solidarisch sind und keiner rassistischen oder sexistischen Propaganda aufsitzen.

 

Berlinweit sind immer mehr Einrichtungen den Haushaltswidrigkeiten, Schließungen, Stellen- und Etatkürzungen der Bezirke ausgeliefert. Darum gehen wir mit anderen Jugendeinrichtungen Berlins im September auf die Straße. Um die Dringlichkeit des Erhalts von Jugendeinrichtungen auf Senatsebene zu tragen, findet am 6.9.2017 eine Kundgebung vor dem Roten Rathaus statt. Die Kundgebung wird vom Bündnis Laute Jugend (www.lautejugend.de) organisiert. Es wird Redebeiträge unterschiedlicher Berliner Jugendeinrichtungen und eine Bühne mit Bands geben.

 

Wer uns unsere Freiräume nehmen will, muss mit Aktionen rechnen!