Stellungnahme zum Artikel in der Berliner Woche

Am 24.10.2015 erschien ein weiterer Artikel über die aktuelle Situation von Potse und Drugstore in der Berliner Woche.

Potse und Drugstore: Bezirk verhandelt weiter über Mietpreis

Zu dem folgenden Absatz möchten wir uns äußern:
„Der KinderpallasT hat sich schon bereiterklärt, auf Räume zu verzichten. Schworck will, dass im Gegenzug dessen Angebote auch in den Räumen von Potse und Drugstore stattfinden. Das findet dort bislang wenig Begeisterung. Stadtrat Schworck will nichts erzwingen, erwartet aber ‚eine deutliche Gesprächsbereitschaft‘.“

Das ist so nicht korrekt.
Wir sind ganz im Gegenteil sehr begeistert davon, Angebote aus dem PallasT bei uns stattfinden zu lassen!
Man denke da z.B. an die Trommlergruppe o.ä..
Das wurde so auch klar kommunziert.

Die Aussage mit dem Kaugummi können wir hingegen so unterschreiben.
Der Versuch einen zeitnahen Termin mit Herrn Schworck und/oder Herrn Schwarz scheiterte mehrmals.
Auf Mails wird nur selten reagiert, auf Briefe ebenso.
Der anstehende Termin wurde also höchste Zeit!

Erstaunlich bei diesem Artikel ist, dass wir als Einrichtungen gebeten wurden, nicht allzu detaillierte Auskünfte an die Presse weiterzugeben.
Erstaunlich deswegen, dass nun von Seiten des Jugenstadtrats in der BVV genau dies getan wurde.
Bisher wurde uns immer mitgeteilt, dass etwaige Auskünfte die Verhandlungen mit dem Verwalter und Hauseigentümer stören könnten…

Wir hoffen, dass es bei dem Gespräch zu einer Übereinkunft kommen wird, da wir in der Tat gesprächsbereit sind.

Große Infoveranstaltung

Wir, das Drugstore-Kollektiv und das Potse-Kollektiv laden euch zu einer Infoveranstaltung zu unserer aktuellen Situation und der Bedrohung ein.
Wir wollen euch den Stand der Dinge erklären, was geplant ist und wie ihr vielleicht helfen könntet.

Das ganze ist am 16.08.2015 um 17 Uhr im Drugstore

Anschließend, ab 20:30 Uhr, zeigen wir noch folgende Filme:
Allein machen sie dich ein (Film über das Rauchhaus aus dem Jahr 1973)
Weg von der Strasse (Film über das Tommyhaus aus dem Jahr 1996)
Sag niemals nie (Film über die Mainzer Straße und der Räumung von 1991)

Drugstore bleibt!
Potse bleibt!
Eins, zwei viele Freiräume!

Pressemitteilung: Berlins ältestes selbstverwaltetes Jugendzentrum steht vor der Schließung!

Ende Dezember soll es soweit sein: Die Türen des Jugendzentrums „Drugstore“ in der Potsdamer Straße in Schöneberg werden für immer geschlossen. Der Vermieter des Gebäudes erhöht die Mieten und kündigt dem Jugendamt die laufenden Verträge. Der Bezirk Schöneberg legt daraufhin dem „Drugstore“ die Kündigung der Räume vor.

Der Eigentümer des Gebäudes in der Potsdamer Straße 180-182, in dem sich sowohl das Jugendzentrum „Drugstore“ als auch der Jugendclub „Potse“ und der Stadtteilverein Schöneberg befinden, passt die Miete auf die ortsüblichen Gewerbemieten an. Das Bezirksamt Schöneberg ist nicht gewillt die Mieterhöhung von 7,22€ auf 11,50€ zu tragen, obwohl sich die Miete für alle drei Jugendzentren seit über zehn Jahren nicht erhöht hat. Die Jugendarbeit im Schöneberger Norden steht vor dem Aus.

Der Jugendamtsdirektor Rainer Schwarz gelobt Ersatz zu finden. Die jugendlichen Besucher und ehrenamtlichen Mitarbeiter halten die Versprechung auf mindestens gleichwertige Räumlichkeiten für unrealistisch. „Die Mieten ziehen überall im Kiez an. Was passiert, wenn der Bezirk hier keine günstigere Alternative findet?“, so der Vorstand des Trägervereins SSB e.V.. Die Drugstore-Besucher sind außer sich, dass nun eines der letzten unkommerziellen Kulturangebote für Jugendliche in Schöneberg wegfällt. Lena, 23, Besucherin: „Wäre es nicht viel sinnvoller und günstiger, so ein Projekt aufrecht zu erhalten, als einen teuren Umzug und Neuanfang zu finanzieren? Wie wird Berlin aussehen, wenn alle alternativen Projekte und Freiräume verdrängt sind. Wollen wir in so einer Stadt leben?“

Der Drugstore ist mit über 40 Jahren eines der ältesten selbstverwalteten Jugendzentren Deutschlands. Seit 1972 in der Potsdamer Straße 180 ansässig ist es ein Freiraum für Jugendliche und Randgruppen, die ihre Freizeit hier selbst gestalten. Von Konzerten, Partys, Soli- oder Infoveranstaltungen, Lesebühne, Tabletop bis hin zu Filmvorführungen, Teeküche, Siebdruck, Fotolabor, Werkstatt und Proberäumen bietet der Laden auf 864 m² somit ein umfassendes, einzigartiges Angebot. Der gesamte Betrieb wird von Jugendlichen ohne Hilfe von Sozialarbeitern gestemmt, alle Veranstaltungen sind kostenlos.

Diese erfolgreichen Jugendprojekte müssen erhalten werden! Drugstore & Potse bleiben!